Ich weiß, ich hab den Post schon auf meinem Buchblog geschrieben! 
Aber da ich mich mit diesem Blog bei Blogg Dein Buch beworben habe, muss ich die Rezension auch hier veröffentlichen. 

Ich hoffe, für den einen oder anderen von Euch ist sie nicht neu. 

Vor ca. 5 Jahren habe ich in Düsseldorf die Caravaggio-Ausstellung “Auf den Spuren eines Genies” gesehen.  Das war meine erste bewusste Begegnung mit Caravaggio und dank der tollen Erfindung des Audioguides konnte ich nachvollziehen, warum seine Kunst so individuell und so einzigartig war, warum er geliebt und gehasst wurde und was für ein Mensch hinter der genialen Kunst steckte. 

Daher habe ich mich bei bdb beworben, um dieses Buch zu rezensieren – übrigens außer mir schien kein Blogger Interesse Caravaggio zu haben. Danke an C.H.Beck-Verlag für das wunderbare Buch. Die handgeschriebene Karte vom Verlag gibt dem eine persönliche Note – fand ich schön. 

Wie der Untertitel schon sagt, handelt das Buch von Caravaggios Leben, wobei ich gestehen muss, dass sowohl der Titel als auch das Cover genau in mein Beuteshema passen, ich daher bestimmt dem Buch auch ohne Untertitel viel Aufmerksamkeit gewidmet hätte. 

Caravaggio, eigentlich Michelangelo Merisi lebt zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Italien. Andere Maler der damaligen Zeit, die sich auf sakrale Kunst spezialisiert haben, malen die Personen auf ihren Bildern als überirdische Wesen, abgehoben und ohne Makel, umgeben von strahlenden Putten. Caravaggio wählt als Motiv für seine Bilder Bettler und Prostituierte. Auch seine Darstellung von Licht und Schatten ist zur der Zeit einzigartig, da Heilige sonst nur im strahlenden Licht dargestellt werden. 

Das Buch spielt während der Zeit, als Caravaggio am Höhepunkt seiner Karriere als Künstler angekommen ist. Er bekommt einen Auftrag vom Kardinalnepoten, der rechten Hand des Papstes. Er soll eine Gemäldeserie über Maria malen, von denen einige für den Papstpalast und die sixtinische Kapelle vorgesehen sind. Caravaggio selbst lebt im ärmlichen Viertel von Rom, treibt sich nachts durch die Tavernen, pflegt Umgang mit Prostituierten, vertrinkt sein Geld und prügelt sich bei jeder Gelegenheit. 

Als Motiv  für Maria wählt Caravaggio Lena, eine Magd und “Putzfrau” aus ärmlichen Verhältnissen, in die er sich verliebt. Da Maria, Josef und Jesus auch in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, scheut Caravaggio es nicht, die heilige Familie so darzustellen. Die Bekleidung ist schlicht, ihre Füße sind barfuß und schmutzig. 

Seine Bilder werden jedoch vom Klerus abgelehnt, sie sind es nicht würdig, Kirchen zu schmücken. Durch seinen Ruhm und aber gleichzeitig seinen unstandesgemäßen Umgang hat Caravaggio viele Neider und Gegner. Seine Wut und sein Frust steigern sich soweit, dass er bei einer Schlägerei seinen Gegner tötet und fliehen muss. 

Caravaggio verlässt seine geliebte Lena und flieht nach Malta, um einer Verurteilung zu entgehen. Dort findet er bei Zuflucht bei Rittern des Malteserordens. Als Dank für zwei Gemälde, die er auf Malta anfertigt, soll er in den Ritterorden aufgenommen werden. 


Hier ein Blick auf den Großmeisterpalast der Malteser Ordensritter in Valetta. Ich Reisejunkie – wenn ich die Orte kenne, die in meinen Büchern vorkommen, macht das Lesen noch mehr Spaß. Die beiden Bilder von Caravaggio hängen bis heute dort. 

Doch auch dort hat er sein Verhalten nicht im Griff und bringt im Streit einen der Ritter um. Wieder muss Caravaggio fliehen, zuerst nach Sizilien, dann nach Neapel. Dort wird er dank einer Fürsprecherin vom Papst begnadigt und will nach Rom zu seiner geliebten Lena zurückkehren, erfährt jedoch, dass sie schon tot ist. Verzweifelt beendet er noch sein letztes Bild “David mit dem Kopf von Goliath”, kommt aber nie bei dem Schiff an, welches ihn nach Rom bringen soll.

Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht ganz geklärt, es gibt Theorien, dass er Umgebracht wurde oder an Malaria starb. Goliath auf seinem letzten trägt übrigens die Gesichtszüge des Malers selbst. 


Oben habe ich es schon erwähnt, ich fand das Buch ganz wundervoll. Zuerst war es sehr spannend geschrieben und kurzweilig. Man erfährt sehr viel über wichtige Persönlichkeiten, den historischen Kontext, die Lebensumstände der Menschen und natürlich über die Kunst der damaligen Zeit. 
Am spannendsten fand ich jedoch, dass man etwas über das Leben der Menschen erfährt, die auf den Bildern dargestellt wurden. Ich hatte beim Lesen immer mein iPhone dabei, um schauen zu können, welches der vielen Bilder gerade beschrieben wird und welche der Protagonisten in welchem Bild verewigt wurden. Durch das Lesen des Buches wurden die Bilder lebendig. Und durch die Bilder, bekam das Buch Gestalt und Persönlichkeit. 

Ich habe das Buch sehr genossen. Auch wenn man Caravaggio noch gar nicht kennt, erfährt man durch den Inhalt genug, um seine Kunst zu verstehen, um zu merken, warum er so besonders und einzigartig war und warum er sogar als Wegbereiter für moderne Kunst gesehen wird. In Zeiten vom griffbereiten Internet muss man die Kunst nicht kennen, da man jederzeit alles nachschauen kann. Man muss sich nur darauf einlassen, die Kunst kennen zu lernen. Und nach diesem Buch vergisst man Caravaggio nie – garantiert. 

Der Titel des Buches heißt “Mit Blut signiert”. Caravaggio pflegte seine Bilder gar nicht zu signieren, bis auf zwei. Das Gemälde “Enthauptung Johannes des Täufers” – wo Salome das Haupt von Johannes trägt und eins seiner frühen Werke “Medusa”, auf dem man die geköpfte Medusa sieht. Die beiden Werke wurden von Caravaggio signiert und zwar mit seinem Blut. 


Das Buch kostet 17,95 €, die eBook-Version kostet 13,99 €. Bestellen kann man es ***hier***


Erstellt am April 10, 2013
Schlagworte: Buch
Kategorien: Alles Andere


Eine Antwort zu “Mit Blut signiert – ein Caravaggio-Roman”

  1. LoveT. sagt:

    Wow ,toller Post! Das Buch ist wahrscheinlich genau meine "Kragenweite" ,vielen Dank fürs Vorstellen!

    LG 🙂

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