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Zu dem Buch habe ich gegriffen, weil ich mal wieder etwas romantisch-schnulziges gesucht habe. Dabei habe ich mit etwas Überraschung festgestellt, dass meine umfassende Bibliothek viel zu wenig Auswahl in diesem Genre bietet. Ich stand vor Jane Austen und den Bröntes, aber da hab ich schon alles gelesen, einige mehrfach. Nach feurigen Schotten war mich auch nicht, Erotik nein, es sollte eher was romantisches sein. Rosamunde Pilcher – nein, ganz so viel Schnulz wollte ich dann doch nicht. Ein Teenie-Vampirroman kann nicht schaden, der Klappentext war vielversprechend. 
Die 17 jährige Arri liebt Fantasy, Musik und schwarzen Samt. Seit langem schon fühlt sie sich als Außenseiterin; nichts und niemand kann ihren romantischen Sehnsüchten und ihrem Lebenshunger genügen. Niemand – bis auf Oscar, den sensiblen, fantasievollen Jungen, der Arri jedoch unerreichbar scheint. Ihre – wie sie glaubt – hoffnungslose Leidenschaft zieht Arri in einen dunklen Sog. Schatten scheinen aus dem Spiegel in ihrem Zimmer nach ihr zu greifen und eines Tages tritt ein Bote aus einer anderen Welt durch das Spiegel – Tor. Leonidas, ein faszinierender, höfisch kultivierter Vampir, nimmt Arri mit ins Schattenreich Eidolon…”
Die Autorin: 
Inger Edelfeldt kommt aus Schweden und hat schon zahlreiche Jugendbücher, Romane, Novellen und Gedichtbände veröffentlicht. Für das Buch “Briefe an die Königin der Nacht” bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. 

Inhalt: 
Arwen (ihre Eltern haben sich im Tolkien-Club kennengelernt) ist eine relativ gewöhnliche 17-jährige, sie mag Fantasy, Lisa Gerrard und schwarzen Samt. In der Schule ist sie eher eine Außenseiterin, sogar ihre beste Freundin hat sich von ihr abgewendet, daher ist die Schule nur eine lästige Pflicht. Zu ihren Eltern hat Arri ein ganz gutes Verhältnis, aber auch sie gehen ihr oft auf die Nerven, am nervigsten ist aber ihre jüngere Schwester, eine geklonte Barbie.

Eines Tages begegnet Arri Oscar, von dem sie sich magisch angezogen fühlt, der ihr aber außer einem ersten Lächeln bei der ersten Begegnung keine Beachtung schenkt. Zur gleichen Zeit etwa, merkt Arri, dass mit ihrem Spiegel etwas nicht stimmt, sie sieht, dass hinter dem Spiegel etwas existiert. Plötzlich wird ihr eine Hand gereicht und sie geht durch den Spiegel in eine Welt, die von edlen Vampiren bevölkert wird. Arri wird von Vampiren gerufen, um eine alte Prophezeiung zu erfüllen. Sie ist ein Bestandteil der Prophezeiung. Ihre Wünsche werden dadurch erfüllt und Oscar schenkt ihr plötzlich viel Aufmerksamkeit.
Am Ende muss Arri sich entscheiden, ob sie das ewige Leben im Kreis der Vampire wählt oder doch den irdischen Alltag.

Meine Meinung:
Eins vorweg – das Buch kann man an einem Tag schaffen, aber leider hat es mich eher wenig gefesselt, ich habe es weggelegt und zwischendurch zwei andere Bücher gelesen habe.

Ich konnte mit den Charakteren nur sehr wenig anfangen, sie hatten zu wenig Charakter. Z. B. Oscar, hatte lange schwarze Haare, war Rollenspieler und Freizeit-Silberschmied und seine Mutter hat sich regelmäßig betrunken. Mehr habe ich über Oscar nicht herausgefunden, er hatte so wenig Persönlichkeit, war nicht greifbar und oberflächlich. Überhaupt fand ich alle Personen in diesem Buch nicht gut beschrieben.

Die Idee, auf der einen Seite des Spiegels unsere graue und unperfekte Welt dazustellen und auf der anderen die schillernde Vampirwelt fand ich sehr interessant und gelungen. Aber auch hier fand ich die Schilderung der Vampirwelt sehr dürftig, meine Phantasie wurde nicht angesprochen, die Vampire waren charakter- und gestaltlos, lediglich ihre Kleidung und Einrichtung wurde ausführlich beschrieben.

Arris Gedanken über den Alltag, die Liebe, die Sorgen fand ich greifbar, gut beschrieben und manchmal sogar tiefgründig, leider war die Handlung drumrum eher konfus und manchmal überflüssig. Die erhoffte Romantik hab ich in dem Buch nicht gefunden.

Bei Amazon wurde das Buch fast durchgehend mit 4-5 Sternen bewertet, daher scheint es einige Menschen zu geben, die anders denken als ich. Meine Bewertung würde eher im 2-Sterne-Bereich liegen. Nein, ich bin nicht zu alt für Teenie-Vampirromane, ich lese sie gerne, manchmal.

Das Buch wandert zu Tauschticket oder wird auf der Muggelkirmes verkauft – für einen guten Zweck.


Erstellt am Mai 11, 2013
Schlagworte:
Kategorien: Alles Andere


3 Antworten zu ““Der Bote” von Inger Edelfeldt”

  1. Julchen sagt:

    Der Klappentext hätte mich auch angesprochen… schade, dass es sich eher nicht lohnt es zu lesen… dann lass ich es besser! 😉

  2. Julchen sagt:

    Der Klappentext hätte mich auch angesprochen… schade, dass es sich eher nicht lohnt es zu lesen… dann lass ich es besser! 😉

  3. Lli Lian sagt:

    Ich kenne das Buch und teile deine Einschätzung. 😉 Ab und an lese ich zwar auch gerne einmal Jugenbücher, aber für diese Buch bin ich dann wohl doch schon zu alt, bzw meine Erwartungshaltung war es. Denn ich altere ja selbstverständlich überhaupt nicht. xD

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