Heute stelle ich Euch wieder ein Buch vor, welches mir kostenlos vom Pendo-Verlag (gehört zu Pieper) über „Blogg Dein Buch“ zur Verfügung gestellt wurde, vielen Dank dafür!!! Ich hab mich um das Buch beworben, weil ich Lust auf etwas Romantisches/Schnulziges hatte und das Buch klang so verlockend traurig. 

Zum Inhalt: 
Miriam und Philipp lernen sich bei einem Verlagsjubiläum kennen und verlieben sich sofort ineinander. Philipp Andersen ist ein sehr erfolgreicher Autor historischer Romane, Mitte 50 und verheiratet, Miriam Bach, junge aufstrebende Autorin,  Ende 30, Single, nach mehreren gescheiterten Beziehungen. 
Nach der Verlagsfeier verbringen die beiden eine Nacht im Miriams Hotel miteinander, in der aber außer einem (eher nicht harmlosen) Kuss nichts passiert. Doch seit diesem Abend können die beiden einander nicht mehr vergessen und beginnen eine Affäre. Es ist ihnen bewusst, dass es sich dabei nur um eine Affäre handelt, da Philipp glücklich verheiratet ist und seine Frau sehr liebt, sie daher auf keinen Fall verlassen wird. Das Paar trifft sich in Hotels deutschlandweit, wenn der eine oder andere eine Veranstaltung oder Lesung hat und verbringt eine, zwei oder drei Nächte miteinander. Danach geht Philipp wieder zu seiner Frau und Miriam in die Einsamkeit zurück. 
Stil und Aufbau:
Der Roman ist von beiden Autoren geschrieben, die Kapitel wechseln jeweils. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Geschichte sehr passend durch Musikstücke oder Literaturzitate ergänzt wird. Auch werden verschiedene Social Media Kanäle in die Liebesgeschichte einbezogen, die Kommunikation zwischen den beiden Protagonisten läuft nicht nur persönlich oder per Telefon, sonder vorwiegend über Mails, Facebook, WhatsApp oder Skype. Denn „Ganz besonders nah fühlte ich mich ihr via WhatsApp (…), entweder stand da „zuletzt online“ mit Datum und Uhrzeit, „online“ sobald sie das Programm aufgerufen hatte, oder „schreibt“ wenn sie gerade eine Nachricht an mich verfasste. (…) „Schreibt“ – das war meine neue Steigerung des Wortes Glück.“
… und so hat es mir gefallen:
Ich hab mich auf das Buch gefreut und es hat mich direkt gefesselt. Die Gesichte beginnt sehr romantisch und sinnlich und ich hab sie schnell gelesen, weil ich einfach wissen wollte, wie es weiter geht. Die Gefühle der beiden werden wirklich schön und intensiv beschrieben, vor allem die Höhen und Tiefen der Liebesbeziehung. Die Zerissenheit, die Einsamkeit sind so anschaulich und greifbar. Doch schon als die „Himmelfahrten“ begannen – so nennt Philipp ihre gemeinsamen Treffen in verschiedenen Hotels, jeweils dort wo der eine oder andere eine Lesung hatte, begann mich die Geschichte zu langweilen. Gleicher Teufelskreis immer wieder, andere Stadt, gleicher Ablauf. Und was kommt danach? Beiden war klar, dass es so nicht weiter gehen kann und doch konnten und wollten sie nichts an der Situation ändern. 
Miriam möchte ich, sie war zwar etwas trottelig, z. B. als sie in der ersten Nacht Philipp in Unterwäsche an der Hoteltür empfangen hat, ohne sich Gedanken zu machen, wie es auf ihn wirkt. Sie wollte nur das unbequeme Kleid ausziehen (wie naiv bist Du?). Sie hat mit 15 ein Gedichtetagebuch geführt, wo sie auch das kitschige Gedicht von Erich Fried reingeschrieben hat „Was es ist“ (jaaaa, mit 15 hatte auch auch ein Gedichtetagebuch mit dem Gedicht – das hab ich immer noch im Schrank). Sie war bereit, für Philipp ihr Leben und alle ihre Wünsche und Sehnsüchte aufzugeben, nur um bei ihm zu sein. Ich mochte aber nicht, dass sie Bücher verschenken unpersönlich fand (das sind für mich die schönsten Geschenke, vor allem wenn sich der Schenker dabei Gedanken macht). 

Und Philipp? Er liebte eben zwei Frauen und wollte auf keiner der beiden verzichten. Seine Ehefrau, mit er schon 30 Jahre verbracht hat, mit der er eine gemeinsame Tochter hatte, die ihn so gut kannte, dass er keine Geheimnisse vor ihr haben musste (wie bitte?), die so anders war als er und so weiblich, genau sein Frauentyp. Und er liebte Miriam, die Neue und Aufregende, die einen eher knabenhaften Körper hatte und Jeans und Chucks trug. Sie war seine Seelenverwandte, sie hatten so Vieles gemeinsam. Was stimmt nun – „Gegensätze ziehen sich an“ oder „Gleich und Gleich gesellt sich gerne“? Beides, Philipp wollte beides haben, dabei hat er aber erfolgreich verdrängt, dass er beide Frauen damit unglücklich macht. 
Die Geschichte war für mich sehr klischeehaft, ein älterer, erfolgreicher Mann in der Midlife-Crisis hat eine 17 Jahre jüngere Geliebte. Natürlich will er sich von seiner Frau nicht trennen, natürlich hofft sie, dass er es doch irgendwann tut und sich für sie entscheidet. Das hat’s schon immer gegeben und wird’s immer wieder geben. Diese Geschichte ist zwar in schöne Worte und schöne Zitate verpackt (klar, die beiden sind Schriftsteller und kennen sich in der Literatur aus), mehr aber auch nicht. 
Ich bin aber überzeugt, dass es ganze Armeen von Frauen geben wird, die das Buch lieben werden. 
Ich muss noch eine Bewertung abgeben, was ich gar nicht so einfach finde. Schlecht ist das Buch nicht. Es ist wirklich romantisch und leidenschaftlich, die Gefühle sind gelungen und intensiv beschrieben. Manchmal hat mir der Inhalt auch die eine oder andere Träne entlockt (ich bin nah am Wasser gebaut und heule schnell wie ein Schlosshund). Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es in zwei Tagen durchgelesen hab. Und trotzdem war ich enttäuscht, dass die Geschichte in alle gängigen Klischees passte. Themen, die die beiden berührten, wurden zwar angesprochen, aber nicht von den beiden besprochen. Das war jetzt aber mein persönliches Empfinden… aus der Geschichte hätte man mehr machen können, wenn die beiden Protagonisten miteinander geredet und nicht nur miteinander geschlafen hätten. 
Das Buch kostet 16,99 €, bestellen kann man es ***hier***
Zum Schluss noch ein Zitat aus dem Buch von Gottfried von Straßburg, er schrieb vor fast 900 Jahren „Tristan und Isolde“. Ich finde es soooo toll….
„Wem nie durch Liebe Leid geschah, 
dem war auch Lieb‘ durch Lieb‘ nicht nah. 
Leid kommt wohl ohne Lieb‘ allein,
Lieb‘ kann nicht ohne Leiden sein.“
Erstellt am Juni 2, 2013
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5 Antworten zu “Warte auf mich von Miriam Bach und Philipp Andersen”

  1. Oh je, die Story ist wirklich etwas absehbar und und über deinen letzten Satz, der das Ganze gut auf den Punkt bringt, musste ich glatt ein bisschen schmunzeln…Ja, ja, die Menschen sollten mehr miteinander reden…

    Liebe Grüße 🙂

  2. Michaela sagt:

    OMG… ich will nicht heuen… ich mag so bücher aber dazu muß ich in Stimmung sein *gg*
    Aber es ist notiert 🙂

    LG, Michaela

  3. Carolina sagt:

    Liebe Maegwin,
    thanks for giving us your opinion on this romantic book.
    Hugs.

  4. Lli Lian sagt:

    Danke für diese ehrliche Einschätzung, ich werde dann besser die Finger von diesem Buch lassen. Denn Romane, die voll den gängigen Klischees sind mag ich gar nicht. 🙂 LG Llil

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