*Gesponserte Bloggerreise*

Sauerland steht für mich nicht nur für ein Skigebiet, sondern für eine der schönsten Wandergegenden in Deutschland. Einige der bekanntesten Wanderwege Deutschlands findet man hier, z. B. den Rothaarsteig oder den Sauerland-Höhenflug. Ich gehe unglaublich gerne Wandern. Wandern bedeutet für mich Entschleunigung, Entspannung aber auch Entdeckungen. Das Wandern versuche ich immer mit Erlebnissen oder Sehenswürdigkeiten zu verbinden. Ich brauche nicht nur einen Weg, ich möchte auch ein Ziel haben, etwas ungewöhnliches sehen. Diese Idee verinnerlichen die Sauerland Seelenorte, die ich Euch heute vorstellen möchte.

Sauerland hat nicht nur Berge, sondern auch sanfte Hügel.

Sauerland Seelenorte

Der Begriff Seelenorte hat mich zuerst etwas irritiert, da ich sie zuerst mit der Kirche assoziert habe. Die Seelenorte sind aber nicht gleich Kirchenorte, es sind lediglich Orte, die für die Menschen seit Jahrhunderten – oder tausenden eine spirituelle Bedeutung hatten. Es gibt insgesamt 43 Seelenorte im Sauerland, dazu gehören Kirchen und Klöster, aber auch sagenumwobene oder geheimnisvolle Plätze, wie heidnische Kultorte, Tempel oder Andachtplätze. Viele der Seelenorte haben auch messbare physische Besonderheiten, z. B. Magnetfelder oder man kann dort besondere Naturphänomäne entdecken, wie mächtige Bäume, Felsen oder Grotten. Die Seelenorte sind genau das, was ich beim Wandern brauche, denn wenn ich wandern gehe, dann verbinde ich es gerne mit geschichtlichen oder mit sagenumwobenen Zielen. Ganz ohne das Konzept zu kennen, habe ich einen der Seelenorte schon früher für mich entdeckt, die Bruchhauser Steine sind ein magischer und sagenumwobener Ort und landschaftlich einmalig wunderschön.

Ich habe mit dem Bloggen begonnen, weil ich Orte, die mich berühren, mit Geschichte und Geschichten füllen wollte, um sie spannend zu machen. Ich wollte zu jeder Ruine eine Sage oder Legende erzählen, zu einem Felsen etwas über die heidnische Bedeutung. Genau das ist die Intention der Seelenorte, man soll sie neu entdecken und aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Während meines Bloggertrips konnte ich drei völlig unterschiedlicher Seelenorte entdecken und ich fand alle unglaublich interessant.

Wandern im Sauerland, Wanderwege Willingen
Nicht nur der Weg ist das Ziel, sondern die Entdeckungen am Wegesrand.

Freistuhl Düdinghausen

Das mich der Besuch des Freistuhls Düdinghausen so gefesselt hat, lag definitiv an der spannenden Führung von Horst Frese, dem Vorsitzenden des Heimatvereins. Es ist unglaublich, was für interessante Geschichten Herr Frese über das kleine Dorf und den mittelalterlichen Gerichtsplatz erzählen kann.

Düdinghausen ist über 1000 Jahre alt, das Dorf wurde vom säschsichen Stamm der Enger gegründet, die aus der Gegend um Bielefeld und Herford ausgewandert sind. Die Enger sind vor allem wegen ihrem Herrscher Wittekind oder Widukind bekannt – dem einstigen Gegenspieler Karls des Großen.

Der Freistuhl war ein Ort der Gerichtsbarkeit, ein früher Gerichtssaal quasi, denn hier wurde das Recht gesprochen. Genutzt wurde er vom 14. bis zum 17. Jahrhundert. Zwei Mal pro Jahr tagte hier ein Freigericht. Den Vorsitz führte der jeweilige Graf von Waldeck, doch die Entscheidungen trafen die Schöffen, also die Dorfbewohner selbst. Sieben Schöffen und der Graf waren hier am Tisch versammelt und um ein Urteil zu fällen, mussten sich alle einig sein. Aber warum tagten der Graf und die Schöffen unter freiem Himmel, außerhalb des Dorfes? Der Brauch stammt von der alten germanischen Tradition des Things, schon damals tagte die Gerichtsversammlung unter freiem Himmel, manchmal auch unter einem heiligen Baum.

Thing, mittelalterlicher Gerichtsplatz, Sauerland Seelenorte
Der Waldecker Stern schmückt den Freistuhl – die Grafen von Waldeck hatten hier den Vorsitz.

Übrigens war der derzeitige Fürst von Waldeck und Pyrmont auch schon hier und hat am Freistuhl gesessen, wie viele seiner Vorfahren einst.

In Düdinghausen ist aber nicht nur der Freistuhl sehenswert. Herr Frese hatte eine Fülle von Geschichten aus der Geschichte des Dorfes parat. Er berichtete von der überregional bekannten „Weiberschlacht von Wissinghausen“, von einem Hexenstreit oder einer Mordkomplott gegen den Pfarrer. Wir besuchten nicht nur den Freistuhl, auch einen Steinburch und einen alten Pilgerweg mit einer Wanderkapelle. Eine geführte Wanderung durch das Dorf machte die Geschichte des Ortes unglaublich lebendig. Mehr Informationen zu den Führungen und die Kontaktdaten entnehmt bitte von der Webseite des Erlebnisdorfes Düdinghausen.

Freistuhl Düdinghausen, Sauerland Seelenorte
Herr Frese war ein großartiger Führer.

Wallburg Schwalenburg

Oft habe ich schon erlebt, dass die Bezeichnung Wallburg bei vielen zu einer Enttäuschung führt. Viele erwarten eine Burg und die Burg ist nicht mehr da. Lediglich Wälle aus der Zeit der Burg sind noch erhalten, mit viel Glück noch einige Steinreste, z. B. einer Schutzmauer oder eines Eingangstores. Doch die Burgen im frühen Mittelalter wurden aus Holz gebaut und das Material Holz übersteht keine Jahrhunderte. Erst Ende des 11. Jahrhunderts hat sich der Burgenbau aus Stein etabliert, früher wurden Häuser und Wehrbauten aus Holz errichtet und mit Erdwällen befestigt – daher Wallburg.

Die Schwalenburg ist eine Wallburganlage in Willingen, im Ortsteil Schwalefeld. Die einstige Burg stammt aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Die genaue Entstehungszeit der Burg kann nicht datiert werden, denn auf dem Gelände der Schwalenburg fanden bisher keine archäologischen Ausgrabungen statt. Wer weiß, welche unglaublichen Relikte oder Kostbarkeiten dort gefunden werden können. Bisher fanden hier nur kleine Ausgrabungen lokaler Geschichtsforscher statt, diese sind aber kaum dokumentiert. Es steht fest, dass die Schwalenburg eine der größten Wallburgen in Europa ist, dennoch ist sie absolut unbekannt.

Wallburg im Sauerland
Eine Wanderung entlang der Wälle der Schwalenburg ist nicht nur landschaftlich reizvoll.

Es wird vermutet, dass die Burg erbaut wurde, um das Tross Karl des Großen während seiner Reisen zu beherbergen. Das ist nicht unwahrscheinlich, da belegt ist, dass Karl der Große mehrfach in Marsberg im Sauerland auf der Eresburg übernachtet hat. Er war ein Reisekönig. Es wird auch vermutet, dass die Grenze zwischen dem Land der Franken und dem Land der Sachsen nördlich vom Edersee verlief, daher diente die Burg vermutlich auch als Grenzposten. Es gibt Legenden, dass es sich bei der Schwalenburg um die von Einhard, dem Chronisten Karls des Großen, beschriebene Higgenburg handeln soll, doch wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht.

Heute sieht man lediglich die gut ausgebauten Wallanlagen mit Toren, es sind insgesamt drei aus verschiedenen Epochen. An den Wällen kann man noch Reste von steinernen Trockenmauern erkennen.

Ruine-der-Schwalenburg-Sauerland
Ein letzter Überrest der Schwalenburg im Sauerland.

Warum ist die Wallburganlage aber ein Teil der Seelenorte? Die Aussicht von oben ist einmalig. Man kann hochgehen, abschalten, entspannen und die Landschaft genießen. Vor allem ist es aber vermutlich die geschichtliche Bedeutung des Ortes. Stellt Euch vor, schon vor 1200 Jahren siedelten hier Menschen. Die Anlage wurde eventuell von einem der größten deutschen Könige besucht oder sogar erbaut. Vielleicht wurde sie sogar an der Stelle eines sächsischen Heiligtums, denn das machte Karl der Große im Namen der Christianisierung besonders gerne. Wenn man nicht viel über einen Ort weiß, hat man viel Spielraum für Fantasie. Es steht aber fest, dass der Berg schon vor 1200 Jahren für die Menschen eine besondere Bedeutung hatte und das ist bis heute so geblieben.

Die Schwalenburg liegt unweit des Upland-Steiges, kann daher im Rahmen einer langen oder kurzen Wandertour besucht werden. Wer aber nicht weit laufen kann oder möchte, kann mit dem PKW bis kurz vor die Burganlage fahren. Der Wanderweg, der die Burg umrundet beläuft sich auf ca. 2 Kilometer. Wir hatten eine spannende und abenteuerliche Führung mit dem Naturparkführer Stefan Paehsens und dem Schwalenburg-Experten Willi Lange, der auch den Ringwallweg um die Burg konzipiert hat. Wenn Ihr auch Interesse an einer Führung habt, dann solltet Ihr direkt mit Herrn Paehsens Kontakt aufnehmen: paehsens[at]gmail.com.

Stefan Paehsens macht während der Führung die Schwalenburg lebendig.

Unterkirche Hallenberg

Die letzte Station führte uns nach Hallenberg, wo wir auch unser Hotel war. So klein diese Stadt ist, auch hier entdecken wir viel sehenswertes. Am meisten Eindruck hat bei mir die Unterkirche von Hallenberg hinterlassen, auch einer der Seelenorte. Sie ist schlicht und unscheinbar, doch sie ist sehr alt und im Innern mit bunten Fresken geschmückt. Diese kleine Kirche ist mehr als 1000 Jahre alt, schon das fasziniert mich sehr. Erbaut in romanischer Bauweise ist sie trutzig und kompakt, mit kleinen Fenstern und relativ wenig Tageslicht. Doch der Innenraum ist kostbar, solche Fresken, die alten Wandmalereien, die nur zum Teil restauriert werden konnten, bekommt man nur noch selten zu sehen. Ich konnte Ranken und Fabelwesen dort entdecken.

Auch die Marienstatue am Altar ist alt, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert. „Unsere liebe Frau von Merklinghausen“ wird die Maria genannt. Doch wo liegt Merklinghausen? Genau hier, denn die Kirche war einst die Dorfkirche von Merkinghausen. Das Dorf wurde verlassen, wurde zur Wüstung. Nur die Kirche erinnert heute an das alte Dorf, an dessen Stelle Hallenberg erbaut wurde.

Bei solchen alten Kirchen verspüre ich immer Ehrfurcht, weil so viele Menschengenerationen sie als Glaubens- und Gemeinschaftsort genutzt haben, über 1000 Jahre lang, bis in die heutige Zeit. Auch die kunstgeschichtliche Bedeutung der Kirche ist nicht zu unterschätzen, denn Kirchen, sie so alt sind, gibt es heute nicht mehr allzu viele.

Restaurant- und Hoteltipp für das Sauerland

Bei so viel Natur, Geschichte und Spiritualität sollte man den Genuss nicht vergessen. Daher habe ich noch eine Hotelempfehlung für Euch. Das Hotel Sauerländer Hof sieht auf den ersten Blick wie ein klassischer Landgasthof aus, wie so viele im Sauerland zu finden sind. Doch das Hotel überzeugt mit einem Mix aus Modern und Antik und vor allem mit hervorragender und abwechslungsreicher Küche. Alle Speisen waren absolut köstlich und sehr ansprechend angerichtet. Die Weine waren großartig, aber auch die Biertrinker kommen hier auf ihre Kosten. Über das lokale Hallenberger Bier wurde nur positiv berichtet.

Genuss im Sauerland, Hotelempfehlung Sauerland, Dinner
Die Speisen im Sauerländer Hof waren hervorragend!

Die Einrichtung des Hotels ist klassisch, mit viel Holz und zum Teil mit antiken Möbeln. Mein Zimmer war sehr geräumig und gut ausgestattet, sogar mit beleuchtetem Schminktisch im Bad. Das Hotel empfehle ich gerne, es hat nicht ohne Grund bei allen Buchungsplatformen exzellente Bewertungen.

Gute Tipps für das Sauerland

Zum Ende noch zwei Tipps, die für jede Reise nützlich sein könnten. Im Sauerland muss man eine Gästeabgabe, die sogenannte Kurtaxe zahlen. Doch im Gegenzug bekommt man die Sauerland-Card, mit der man kostenlos den ÖPNV in der ganzen Region nutzen kann und weitere Vergünstigungen bekommt.

Es lohnt sich auch, die Sauerland-App runterzuladen, denn hier bekommt man Empfehlungen für Wanderrouten, Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten. Die App ist auch offline nutzbar, da die Netzanbindung nicht überall gleich gut ist.

Möchtet Ihr mehr über das Sauerland und die Sauerland-Seelenorte erfahren und andere Seelenorte kennenlernen? Dann schaut bei meinen Kollegen vorbei:

Genussbummler – Genuss mal anders – Seelenorte und Wanderdörfer im Sauerland
Travellerblog – Sauerland-Seelenorte erkunden und genussvoll Schlemmen
Places and Pleasure – Sauerland-Seelenorte, der perfekte Dreiklang aus Kultur, Natur und dörflicher Idylle
Sinne und Reisen – Sauerland-Seelenorte – Die drei schönsten Orte und Wanderwege
Sinne und Reisen – Sauerland-Seelenorte – Die drei schönsten Orte und Wanderwege
Kulturtänzer – Magische Orte im Sauerland – zwischen überwältigender Natur und aktivem Genuss
Waldhelden – die schönsten Orte im Sauerland – 43 Sauerland-Seelenorte
Little Red Hiking Rucksack – Seelenorte im Sauerland – leichte Wanderrouten mit Tiefgang
Weltenkundler – Wanderungen zu den schönsten Dörfern
Tracks and the City – Wo die wilde Seele wohnt

Der Beitrag entstand im Rahmen des Blogwärts-Retreats veranstaltet von Antje Zimmermann und Udo Teelar, in Zusammenarbeit mit Sauerland-Tourismus. Vielen Dank für die schöne Zeit!

Erstellt am Juli 5, 2019

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6 Antworten zu “Sauerland Seelenorte – mystische Plätze und historische Stätten”

  1. Danke für die wundervollen Einblicke!
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

  2. […] Lass dich weiter inspirieren zu den Sauerländer Seelenorten bei Antje von Weltenkundler: Sauerland – Wanderungen zu den schönsten Dörfern Udo von Waldhelden: Die schönsten Orte im Sauerland – 43 Sauerland Seelenorte Kathi von Kulturtänzer: Magische Orte im Sauerland – zwischen überwältigender Natur und aktivem Genuss Daniela von Sinne und Reisen: Sauerland Seelenorte – Die 3 schönsten Orte und Wanderwege Anne von Little Red Hiking Rucksack: Seelenorte im Sauerland – leichte Wandertouren mit Tiefgang Hubert vom Travellerblog: Sauerland: Sauerland-Seelenorte erkunden und genussvoll schlemmen in den Wandergasthöfen Ina von Genussbummler: Genuss mal anders – Seelenorte und Wanderdörfer im Sauerland Eva von Burgdame: Sauerland Seelenorte – mystische Plätze und historische Stätten […]

  3. […] Eva von burgdame.de: Sauerland Seelenorte – Mystische Plätze und historische Stätten […]

  4. […] Burgdame: Sauerland Seelenorte – Mystische Plätze und historische Stätten […]

  5. Myriam sagt:

    Es war sehr interessant deinen Beitrag zu lesen. Mein Freund war früher in Winterberg immer Skifahren, daher verbinde ich das eher mit dem Sauerland. Ich finde die Bezeichnung „Seelenorte“ sehr schön. 🙂 Auf dem Foto, wo man die Überreste der Burg sehen soll, erkenne ich nur Bäume. Oder sind die Steine mit dem Baum verwoben?

    Liebe Grüße aus Leipzig

    Myriam

  6. […] Mystische Orte im Sauerland könnt ihr zusammen mit Burgdame Eva entdecken. […]

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