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Seit ich bei einer Kollegin den Shuyao-Teamaker gesehen habe, stand er bei den Objekten meiner Begierde ganz weit oben.  Daher war ich natürlich Feuer und Flamme, als Shuyao mich angeschreiben hat, ob ich den Teamaker testen möchte.

Bevor ich mit den Lobpreisungen anfange, möchte ich aber erzählen, warum ich so begeistert von dem Teamaker bin. Einige von Euch haben mitbekommen, dass ich letztes Jahr in China war. Chinesen trinken alle Tee, immer und überall. Egal ob alt oder jung, egal ob im Lokal, auf der Straße, in der U-Bahn oder im Geschäft, man sieht ganz viele Chinesen mit einem Teebecher in der Hand. In dem Becher schwimmen lose Teeblätter die immer wieder neu aufgegossen werden. Heißes Wasser bekommt man überall kostenlos, es gibt ganz viele Wasserstationen, wo heißes Wasser nichts kostet. Ich war total begeistert von dem Teetrinkverhalten der Chinesen, sie haben ihren Tee immer dabei und trinken große Mengen davon. Tee ist dort DAS Getränk, dabei handelt es sich in der Regel um Grüntee, manchmal in der Jasminvariante, manchmal auch Oolong, andere Sorten hab ich in China nicht entdeckt, auch nicht in einem Supermarkt.

Ich nehme an, dass den Shuyao-Gründern die Idee auch in China kam, und sie haben sie nach Deutschland gebracht und modern umgesetzt. Der Shuyao-Teamaker funktioniert wie die Teebecher, die ich in China bewundert habe. Am Deckel ist ein Sieb, der die Blätter daran hindert, in die Trinköffnung zu gelangen. 
Der Sieb ist eher groblöcherig, zuerst dachte ich, dass die Löcher zu groß sind und ich beim Trinken Teereste abbekomme. Da die Teeblätter im Becher viel Platz zum Entfalten haben, sind sie nach dem Aufgießen so groß, dass sie nicht durch den Sieb durchfallen. 

In den Becher passen etwas über 300 ml. Da der Becher doppelwandig ist, bleibt der Tee ca. eine Stunde richtig heiß und ca. 2 Stunden angenehm trinkwarm. Die Trinköffnung ist klein, daher kann man die Trinkmenge gut dosieren. Die Trinköffnung kann verschlossen werden und ist dicht… aber Vorsicht… wenn das Wasser noch kochend heiß ist, dann muss es erst 2-3 Minuten abkühlen, damit der Verschluss wirklich dicht bleibt. 
Nun aber zu dem für mich wichtigerem Thema, zum Tee. 
Zum Testen bekam ich 12 Portionskapseln, die genau die Menge Tee enthalten, die man für den Teamaker benötigt (oder für ca. 300 ml). 
  • Earl Grey (Tatendrang) – Schwarztee, 2 Aufgüsse, bittert wirklich nicht nach. 
  • Orangen Oolong (Gleichklang) – TOP! 4 Aufgüsse; typisch rauchig-herber Oolong, angenehm leicht fruchtig, vierter Aufguss war schon sehr dünn. Oolong ist ein halbfernentierter Tee, ein Zwitter zwischen Schwarz- und Grüntee, nicht mehr grün, aber noch nicht schwarz. 
  • Rosen Yunnan (Tatendrang)– TOP!  Schwarztee, leicht rauchig und malzig im Geschmack. Einige Teeblätter sind durch den Sieb durchgekommen. 3 Aufgüsse waren gut, vierter etwas dünn.
  • Oolong cacao persia (Tatendrang) – Kakao und Kardamon; zum Teil viele Krümmel, die durch den Sieb durchfallen, 3 Aufgüsse
  • Ingwer-Limone (Energiebündel) – ohne Koffein, Kräutertee, zweiter Aufguss nur noch wässrig
  • Creme Oolong (Gleichklang) – TOP! 4 Aufgüsse, sehr milchig vanilliger Geschmack, auch nach mehrmaligen Aufgießen noch. Dieser Oolong ist noch sehr grün, vom Geschmack ähnelt er eher einem Grüntee als einem schwarzen Tee.
  • Weiße Frische (Entspannung) – frischer und sehr milder weißer Tee, leicht zitronig, liecht minzig, fast geschmacksneutral, unauffällig, hat wenig Eindruck hinterlassen; 3 Aufgüsse
  • Grüntee Melonenkern (Inspiration) – die Teeblätter sind in Melonenkernform gerollt; 4 Aufgüsse waren gut, 5 wäre wahrscheinlich auch gegangen
  • Pu Erh mint (Energiebündel) –  TOP! Obwohl Pu Erh, überhaupt nicht muffig oder erdig, angenehm, leicht fruchtig-frisch, wenig Minze – 5 Aufgüsse, bin sehr angenehm überrascht von dem Tee
  • Kamille Lemon (Entspannung) – 3 Aufgüsse, obwohl ein Kräuertee, vierter Aufguss war schon dünn.
  • Goji lemon (Inspiration) – Kräutertee, 2 Aufgüsse waren okay, trotz Stevia nicht zu süß, frisch
  • Ingwer Apfel (Gleichklang) – Kräutertee, 1 Aufguss, der zweite ist schon wässrig, sehr frisch, leicht süßlich   
Wie schon befürchtet, eignet sich nicht jeder der Tees für den Mehrfachaufguss, bei Früchte- oder Kräutertees werde ich es nicht wieder versuchen, beim „richtigen“ Tee ist das sehr gut realisierbar. Die Tees sind in 5 Wirkungsklassen geordnet – Tatendrang, Energiebündel, Gleichklang, Entspannung, Inspiration. 
Ich war verwundert, dass die Tees wirklich nicht nachbittern, obwohl sie bei mir auch mal 20-30 Minuten ziehen, egal ob schwarzer, grüner Tee oder Oolong. Normalerweise werden die meisten Tees nach 5-7 Minuten scheußlich bitter. Also habe ich bei Shuyao nachgefragt, warum das so ist. Hier die Antwort:

„Die to go Teesorten bittern einerseits nicht nach, da wir ganze Blattqualitäten verwenden, d.h. je mehr ein Teeblatt gebrochen ist, desto mehr Gerbstoffe treten aus und machen den Tee bitter. Dazu kommt, dass manche Teesorten von sich aus bereits weniger Gerbstoffe enthalten. Und am Ende steht dann das „Shuyao Testlabor“, d.h. bevor wir einen Tee als to go deklarieren, muss er erst unsere Geschmacksnerven überzeugt haben. Übrigens: Diese Eigenschaft kann bei manchen Teesorten sogar von Ernte zu Ernte variieren, so dass manche Tees bei uns auch das to go wieder verlieren.“

Meine zweite angenehme Überraschung war der Pu-Erh-Tee. Ich kenne ihn ja schon aus meinem Teeladen, ich hab verschiedene Sorten probiert und er schmeckte immer scheußlich, nach Moder oder nach Vergammeltem. Dieser Pu-Erh nicht… er war etwas würzig, nur leicht erdig, aber sehr angenehm im Geschmack und dazu ganz koffeinfrei. Auch hier habe ich nachgefragt wie das kommt: 

Für den Pu Erh Tee werden die Teeblätter nicht nur voll fermentiert (wie beim schwarzen Tee), sondern bei kühleren Temperaturen in unterirdischen Lagern überfermentiert, d.h. noch künstlich über mehrere Monate in die Länge gezogen. Durch diese Behandlung verliert das Teeblatt sein Koffein, gibt aber trotzdem viel Energie. Der Geschmack des Pu Erh Tees polarisiert – wer den erdigen Geschmack nicht mag, kann auf die Kompositionen mit Hibiskus oder Anis zurückgreifen.

Der Tee von Shuyao ist teuer, 50 g kosten zwischen 5 und 10 Euro, das ist fast doppelt so teuer wie der Tee im Teeladen, wo ich früher gearbeitet habe. Es gibt auch Spitzenqualitäten, bei denen 50 g 29,90 € kosten, Tee ist eben wie guter Wein. Ist das gerechtfertigt???
Wenn ich berechne, dass ich den Tee mehrfach aufgieße, relativiert sich der Preis. Bei einem guten Oolong, schwarzen oder grünen Tee bin ich bereit mehr zu bezahlen, weil ich gerade beim Tee schon oft die Erfahrung gemacht habe, dass man Qualität und Geschmack kaufen kann. Beim Früchte- oder Kräutertee würde ich den Preis nicht bezahlen. 
Hinzu kommt, dass es den Tee in 100 verschiedenen Sorten und Geschmacksrichtungen gibt. Die Tees sind aber nicht aromatisiert, nicht mit natürlichen und nicht mit naturidentischen Aromen, es sind reine Teemischungen aus Tee mit getrockneten Früchten, Kräutern und Gewürzen
Ein weiterer Grund ist die Nachhaltigkeit, die bei Shuyao groß geschrieben wird. Der Teamaker wird in Deutschland produziert, die kurzen Lieferwege schonen die Umwelt, durch weniger CO2 Emissionen. Die Arbeitsplätze sollte man auch nicht vergessen. Die Kunststoffverpackungen der Einzelportionen werden aus nachwachsenden Rohstoffen produziert und sind somit bio-kompostierbar. Die Einzelverpackungen sind zwar praktisch für unterwegs, aber für die Herstellung wird auch Energie verwendet, daher würde ich eher zu den größeren Teetüten greifen. 
Zum vollkommenen Teegenuss fehlen mir jetzt nur noch die Heißwasser-Tankstationen, wie es sie in China an jeder Ecke gibt. Es gibt zwar auf der Webseite von Shuyao einen Standortfinder, wo man kostenlos Wasser für den Teamaker bekommt, aber leider sind die Standorte noch sehr rar. Und ich weiß nicht, ob ich in ein Kosmetikstudio reingehen würde, nur um mir heißes Wasser zu holen.  
Kaufen kann man den Teamaker direkt bei Shuyao, bei Amazon oder in einer der Verkaufsstellen, die auf der Webseite gekennzeichnet sind. 
Fazit: Ich liebe meinen Teamaker und den nicht nachbitternden Tee. Ich bin begeistert. Auch ohne Teamaker ist der Tee eine brauchbare Alternative, da schon gelegentlich die Ziehzeit meines Tees vergesse. 
Diese Produkte wurden mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Erstellt am Dezember 1, 2013
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Kategorien: Alles Andere


10 Antworten zu “Shuyao – Teamaker und Tee”

  1. SHOU sagt:

    Oh. Ich glaube, dass wäre für mich wie geschaffen. ♥
    Ich bin der absolute Tee-Junkie und gerade für Unterwegs finde ich das wirklich herrlich. Da würde sich sicherlich auch irgendwie das "Wasser – Problem" lösen.

  2. So eine hätte ich auch gerne. Vielleicht bieten sie dir ja nach der tollen review einen rabattcode für deine Leser an…lg, andrea

  3. Darya B. sagt:

    Es wäre mein Weihnachtsgeschenk Nr.1 *______* Hab schon vor 2 Monaten davon gelesen und war hin und weg ^-^

  4. Maegwin sagt:

    Das werd ich doch direkt mal anfragen… vielleicht bekomme ich einen Rabattcode! Danke für die Idee.

  5. Das klingt in der Tat super. Eine tolle Erfindung, hätte ich auch gerne. Ich vergesse meine Tees oft, sobald ich sie gemacht habe und dann wars zu lange mit der Ziehzeit.
    LG <3

  6. Das ist wirklich ein tolles Teil, und die Tees klingen auch zum Teil sehr gut. Ich verschenke einen Teamaker zu Weihnachten. Bin schon gespannt auf die Reaktion des Empfängers 🙂

  7. Das muss ich haben!… Vielen Dank für den Tipp, ist bestimmt auch ein super Weihnachtsgeschenk.

    VG
    Johanna liebt https://www.teaworld.de/bio-japan-infused-matcha-sencha-gruener-tee-100g.html

  8. andersundso sagt:

    Ich trinke grad Fruit Delight im dritten Aufguss und er schmeckt noch immer lecker. Bin total begeistert von diesem Weihnachtsgeschenk

  9. CarpeDiem sagt:

    Hey danke für deine Review! Die ist im Vergleich zu den anderen wirklich superklasse!
    Wie man in deinem Post liest arbeitest / arbeitetest (?) du in einem Tee-Laden, meinst du man könnte auch andere Teesorten in den Teamaker geben, die nicht bitter werden? Ich bekomme oft von einer lieben bekannten Tee aus China und kaufe auch gerne hier und da mal ein Döschen Tee.
    Liebe Grüsse!
    Flip

  10. OktoberKind sagt:

    Ich fand die Idee auch super, allerdings war mir der Preis dafür zu hoch. Vor einer Weile habe ich aber was gleichwertiges bei Ikea entdeckt. Ebenfalls mit Sieb, einem Verschluss, der garantiert auslaufsicher ist und der Becher hält auch 3-4 Stunden heiß. Speziellen Tee dafür habe ich aber noch nicht gekauft, ich komme mit meinen vorhandenen Sorten und dem Teamaker super zurecht. Für 6€ fand ich den eine super Investition.

    LG, OktoberKind 🙂

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