Über die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt wusste ich bis dato nicht viel, entsprechend neugierig war ich auf die Stadt. Aber was sollte man an einem Tag in Magdeburg anschauen? Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Magdeburg? Der erste Eindruck war überraschend bunt und grün, Magdeburg hat viele farbenfrohe Hausfassaden und sehr viel Grün und dann natürlich die Elbe, die mitten durch die Stadt fließt. Ich finde, dass Städte mit Flüssen unglaubliche Charme besitzen. Die Elbe mit den angrenzenden Grüngebieten macht die Stadt lebendig und lebenswert. Auch der Magdeburger Dom war mir im Vorfeld bekannt, dass er aber so imposant wird, habe ich nicht erwartet. Schaut Euch meine Eindrücke von Magdeburg an, vielleicht bekommt Ihr auch Lust auf einen Besuch.

Madgeburg, Magdeburger Dom am Wasser

Elbufer mit Dom

Kurze Geschichte der Stadt

Magdeburg ist eine sehr alte Stadt, denn die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 9. Jahrhundert nach Christus. Im Jahre 968 ernannte Kaiser Otto I. Magdeburg zum Erzbistum, daher ist dieser bis heute der Namenspatron der Stadt und Magdeburg trägt den Beinamen Ottostadt. Schon Otto sorgte dafür, dass die Stadt eine Metropole der damaligen Zeit wurde. Im Mittelalter wurde Magdeburg Mitglied der Hanse, was der Stadt einigen Wohlstand brachte.

Leider wurde die Stadt zwei Mal völlig zerstört. Das erste Mal im 30-jährigen Krieg und das zweite Mal im II. Weltkrieg. Damals wurden über 90% der Altstadt zerstört.

Noch ein wenig unnützes Wissen am Rande. Magdeburg gehörte früher zum Erzbistum Paderborn. Nach der Reformation wurde Magdeburg evangelisch, im Jahr 1680, nach dem Abschluss des Westfälischen Friedens, wurde das Erzbistum Magdeburg abgeschafft. Im 20. Jahrhundert wurde die an das Erzbistum Paderborn als Kommissariat angegliedert. Seit 1994 gibt es wieder ein eigenes Bistum Magdeburg. Für mich als Paderbornerin war diese Info interessant.

Dom zu Magdeburg – zweitgrößte Kirche Deutschlands

Der Dom ist definitiv mein Highlight von Magdeburg, es ist ein unglaublich beeindruckendes Gebäude. Der Dom ist die größte Kirche in Ostdeutschland und nach dem Kölner Dom die zweitgrößte Kirche Deutschlands. Im Dom befindet sich heute das Grab Otto I., den ich schon oben erwähnt habe und seiner ersten Frau Edgitha. An der Stelle des heutigen gotischen Domes, stand eine von Otto erbauter Dom, der jedoch 1207 durch einen Brand zerstört wurde, daraufhin begann noch im selben Jahr der Bau der heutigen Kirche im gotischen Stil. Geweiht wurde der Dom 1363.

Da die Reformation schnell Einzug in Magdeburg hielt, wurde der Dom 1545 geschlossen und 1567 als protestantische Kirche wiedereröffnet. Während napoleonischer Zeit als Pferdestall genutzt, wurde der Dom von Friedrich Wilhelm III. von Preußen im 19. Jahrhundert restauriert. Im II. Weltkrieg wurde er erneut stark beschädigt, aber in voller Pracht wieder aufgebaut.

Dom von Magdeburg, zweitgrößter Dom Deutschlands

Hauptaltar im Dom zu Magdeburg

Größte Kirche in Ostdeutschland

Dom zu Magdeburg

 

Kulturhistorisches Museum – Sonderausstellung “Gegen Kaiser und Papst – Magdeburg und die Reformation”

Das Museum empfehle ich gerne, denn es ist unglaublich abwechslungsreich und hat verschiedene Ausstellungen zu bieten. Während meines Aufenthaltes habe ich die Sonderausstellung zum Reformationsjahr “Gegen Kaiser und Papst – Reformation in Magdeburg” besucht. Im 16. Jahrhundert gehörte Magdeburg mit 30.000 Einwohnern zu den größten Städten des Landes, daher war es für die Reformationsbewegung ziemlich bedeutend, dass Magdeburg den Lehren Luthers folgte. Anhand verschiedener Exponate erfährt man viel über Luthers Lehren aber auch über die Welt, in der die Kirchenreformen überhaupt möglich waren. Die Reformen Luthers anschaulich erklärt und in das damalige Weltgeschehen eingebettet. Ich habe einige neue Zusammenhänge knüpfen können, die mir das Verständnis der Geschichte erleichtern. Originalhandschriften von Luther kann man im Museum bewundern und für die Sünder der heutigen Zeit gibt’s eine Ablassbriefmaschine. Auf einem Ablasszettel kann jeder seine Sünden ankreuzen und hoffen, dass sie ihm vergeben werden – gegen eine Spende natürlich. Die Sonderausstellung könnt Ihr noch bis Januar 2018 besuchen.

 

Gegen Papst und Kaiser - Reformation in Magdeburg

Handschrift von Martin Luther

Kulturgeschichtliches Museum Magdeburg, Reformation in Magdeburg

Ablassmaschine der Gegenwart!

Die Grüne Zitadelle – das Hundertwasser-Haus in Magdeburg

Gebäude von Hundertwasser gelten bekanntlich auch als Touristenmagneten, denn sie sind einmalig… ungewöhnlich, verspielt und farbenfroh. Die Grüne Zitadelle ist das letzte von Friedensreich Hundertwasser entworfene Gebäude und eins seiner größten. Den Namen trägt das Gebäude aufgrund der grünen Bebauung, da sowohl auf den Dach, als auch vereinzelt an den Wänden Bäume wachsen. Der Grundriss erinnert an die ehemalige Festung Magdeburg. Im Erdgeschoss findet man kleine Geschäfte, ein Café und ein Restaurant, ein Hotel und ein Theater. In den oberen Stockwerken befinden sich Wohnungen und Büroräume.

Hundertwasser in Ostdeutschland, Magdeburg

Grüne Zitadelle – Hundertwasserhaus in Magedburg

Fahrradtour entlang der Elbe

Das Wetter war genial, als ich in Magdeburg war. Es war perfekt für eine Fahrradtour. Entlang der Elbe kann man ganz wunderbar die Stadt mit dem Fahrrad erkunden, denn es ist schön flach und die Fahrradwege sind gut ausgebaut. Warum nicht mal von der Altstadt zum Zoo radeln und für die Rückfahrt das andere Elbufer wählen? Die Fahrradstrecke hat mir sehr gefallen, vielleicht auch, weil es ein Stück vom Elberadweg ist.

Mehr Magdeburg

Ich habe leider nur einen Tag gehabt, um Magdeburg zu erkunden, aber die Stadt macht Lust auf mehr. Es ist eine sehr lebendige Stadt mit vielen Studenten. Entsprechend interessant ist das Kultur- und Kneipenleben. Sehr gerne würde ich noch das Kloster Unser Lieben Frau besuchen, denn in dem ältesten Gebäude der Stadt befindet sich heute ein Kunstmuseum. Da ich Gelegenheit hatte, durch das Naturkundemuseum zu durchzugehen, würde ich auch das gerne ausführlicher anschauen. Die Stadt hat noch einige interessante Kirchen im Angebot und diverse Lost Places, die ich sehr gerne fotografieren möchte. Das schöne am Reisen ist, dass die Reiseliste immer länger wird, denn ich entdecke immer wieder schöne Orte, die ich sehr gerne wieder besuchen möchte.

Zum Schluss habe ich noch eine Buchempfehlung für Euch! Wenn ihr mehr über die Anfänge von Magdeburg und über Kaiser Otto I. erfahren möchtet, lest das Buch “Das Haupt der Welt” von Rebecca Gablé – wie ich es schon in meinem Post erwähnt habe, ist es hervorragend recherchiert und unglaublich spannend.

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Auf die Reise nach Magdeburg wurde ich von Magdeburg Marketing GmbH eingeladen. Vielen Dank dafür! 

 

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Erstellt am November 5, 2017


4 Antworten zu “Ein Tag in Magdeburg – Top Sehenswürdigkeiten der Stadt”

  1. Shadownlight sagt:

    Das ist schon eine wundervolle Gegend!
    Komm gut in die neue Woche.
    Liebe Grüße!

  2. Wera sagt:

    Liebe Eva,

    das ist ein toller Beitrag über Magdeburg geworden. Die zwei genannten Museen stehen auch noch auf meiner Liste, wenn ich Magdeburg das nächste Mal besuche.
    Mich hat Magdeburg total überrascht und ich habe überhaupt nicht mit so einer tollen, bunten und abwechslungsreichen Stadt gerechnet.
    Liebe Grüße
    Wera

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