Dass ich ein großer Fan von der BBC-Serie Dr. Who bin, hab ich hier auf dem Blog schon mehrfach erwähnt. Gestern hab ich wieder eine Folge der neuesten Staffel gesehen und war entzückt, dass die Folge in Margam Castle in Wales spielt, einem Schloss, welches ich auf der Reise nach Wales ganz zufällig entdeckt habe.
Das Margam Castle findet man im Süden von Wales, unweit des Designer Outlets Bridgend (hej, mein Blog wird überwiegend von Frauen gelesen). Neben dem Schloss befindet sich das Margam Stone Museum, ein Museum mit keltischen Grabsteinen; das war de eigentliche Grund, warum wir dort Halt gemacht haben.
Margam Castle Ruin Dr Who Präraffaeliten
Das Museum ist zwar nicht spektakulär, aber durchaus einen Besuch wert, was wir dann aber unweit des Museums entdeckt haben, hat mich in in Begeisterung und Entzücken versetzt: eine Kirche mit präraffaelitischen Glasfenstern, eine malerische Kirchenruine und ein Spukschloss!!!

 

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Die Margam Abbey ist (wie sollte es auch anders sein bei dieser malerischen Lage) eine Zisterzienserabtei. Die Abtei wurde 1147 vom einem unehelichen Sohn vom Heinrich I gegründet. 1210 verweilte König Johann Ohnehand, der Bruder von Richard Löwenherz mehrfach in der Abtei.

 

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Unter Heinrich VIII wurde die Abtei aufgehoben, die Gebäude verfielen zu Ruinen und heute ist nur noch die Kirche erhalten. Seit dem 16. Jahrhundert war die Margam Abbey im Besitz der Familie Mansel, das Herrenhaus aus der damaligen Zeit wurde jedoch abgerissen bevor das Margam Castle gebaut wurde.

 

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Die malerische Klosterruine alleine versetzt mich schon in Begeisterung, aber in der Klosterkirche habe ich Glasfenster entdeckt, die von zweien meiner Lieblingskünstler entworfen wurden, von zwei Präraffaeliten: von Edward Bourne-Jones und William Morris (Morris kennt Ihr, das Hintergrunddesign von meinen zwei anderen Blogs ist von Morris entworfen). Alleine wegen den Kirchenfenstern hätte sich für mich der Ausflug gelohnt, ich war so glücklich, fast high, als ich sie gesehen hab.

 

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Jetzt muss ich noch einen kurzen Ausflug in die Kunstgeschichte machen, da die Präraffaeliten in Deutschland nahezu unbekannt sind.
Die Präraffaelitische Bruderschaft das war eine Gruppe englischer Maler aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die sich vor allem stark am Mittelalter oder an der Renaissance orientiert haben. Ich liebe die Gemälde, ich liebe die Themen, die sie dargestellt haben – wenn ich nach meiner liebsten Kunstrichtung gefragt werde, antworte ich immer mit “Präraffaleiten”. Die Bekanntesten Vertreter der Kunstrichtung das sind Gabriel Dante Rosetti, John Everett Millais, John William Waterhouse und Edmund Blair Leighton. Motive für deren Bilder kamen oft aus der Mythologie und aus der Sagenwelt (König Artus und die Suche nach dem Heiligen Gral waren sehr beliebt bei den Präraffaeliten) – das sind auch die Gründe, warum ich die Künstlergruppe so verehre. Aber schaut selbst, hier eine kleine Auswahl der Werke…. ihr kennt sie garantiert, sind beliebte Buchcover für Fantasyromane.
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 John Everett Millais “Ophelia” – die hängt bei mir auch im Wohnzimmer (und das Grab von dem Modell hab ich hier auf dem Blog schon gezeigt :-))

 

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John William Waterhouse “Meerjungfrau” – die kennen zumindest alle Leser von meinem Beauty Diary (Wikipedia Commons)
Ich glaube, dass ich dieser wunderbaren Künstlergruppe einen gesonderten Post widmen muss, daher jetzt zurück zum Margam Castle.

 

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Das Schloss selbst wurde zwischen 1820-1840 erbaut, schon in den Anfangszeiten wurde es zum wichtigen Treffpunkt für die viktorianische Gesellschaft. Der Prince of Wales Albert Eduard, späterer englischer König Edward VII war dort häufiger zu Gast.

Als wir dort waren, wurde das Schloss restauriert und war nicht zugänglich, inzwischen ist ein Teil der Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit geöffnet.

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So! Und jetzt schaut selbst, der Doctor ist mir der Tardis in Margam Castle gewesen und hat dort Gespenster gejagt – die Folge heißt nämlich “Geisterjagd”.

 

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Und wie es sich für eine anständige walisische Burg gehört, spukt es dort selbstverständlich! Für 49 Pfund kann man Viktorianische Seancen, Gläserrücken oder Seancen mit Ouija-Brett buchen. Bei den Veranstaltungen werden Getränke und Buffett serviert.

Auf Margam Castle kann man gleich mehreren Geistern begegnen, so zum Beispiel dem Geist vom Robert Scott, einem ehemaligen Förster, der von einem Wilderer erschossen wurde. Nachts sieht man manchmal, wie er die gotische Treppe im Schloss hochsteigt. Manchmal hört man in den oberen Räumen das Kichern von Kindern – einige Besucher behaupten, dass sie nachts Kinder in viktorianischen Kleidern gesehen haben. Es wird von einer Vielzahl verschiedener paranormaler Erscheinungen berichtet – das Schloss hat sogar den Ruf, das am meisten von Geistern frequentierte Herrenhaus in Großbritannien zu sein.

Die Berichte lockten auch professionelle Geistersucher nach Margam, hier ein Auszug aus der sehr beliebten britischen Serie “Most Haunted”. Schaut mal rein, in dem Bericht sieht man die prachtvollen Innenräume des Schlosses.

Ein zauberhafter und sehr sehenswerter Ort, oder?

Update vom 18.08.2013: Hab Margam Castle auch in der Serie “Da Vinci’s Demons” entdeckt – übrigens eine verdammt gute Serie über das Leben und Wirken von Leonardo da Vinci. Ihr seht die Klosterruine direkt nach dem Vorspann. In der Klosterruine trifft Leonardo auf den Magier, der von Alexander Siddig gespielt wird (Dr. Bashir aus Star Trek, Deep Space Nine…. ja, ich bin ein großer Serienjunkie).

Margam Castle Ruin Dr Who Präraffaeliten
Erstellt am Juli 22, 2013


Eine Antwort zu “Margam Castle – mit Dr. Who auf Geisterjagd”

  1. Ucki sagt:

    Liebe Maegwin,
    schon wieder ein Grund mehr, Wales zu besuchen.
    Kirchenfenster liebe ich auch sehr. Sie sind für mich auch immer Inspiration für meine Hobby's.
    Falls du am 17.10.zu unserer Ausstellung kommst, findest du mich
    von12 bis 14.30 Uhr im Gemeindehaus. Irene ist wahrscheinlich? Zu der Zeit im Urlaub.
    Ganz liebe Grüße
    Ucki

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