Vor einigen Tagen im Büro… ich trage drei Packungen Twinings-Tee, die ich für eine Kollegin aus England mitgebracht hat. Auf dem Flur treffe ich eine andere Kollegin:
Sie: -„Was schleppst Du da mit Dir rum?“
Ich: – „Tee, den ich für Claudia aus London mitgebracht hab.“
Sie: – „Achja, was sonst. Wenn ich mal krank bin, dann komme ich zu Dir zum Teetrinken.“
Die Unterhaltung ging noch ein wenig weiter, aber den Satz: „Ich trinke Tee nur wenn ich krank bin“ habe ich schon häufig gehört, daher möchte ich heute einige Überlegungen zum Thema Tee aufschreiben.
Tee oder nicht Tee… Das ist hier die Frage!
Ich fange mit der Definition vom Tee aus Wikipedia an:

„Tee (chinesisch chá) ist ein heißes Aufgussgetränk, das aus unterschiedlichen Pflanzenteilen der Teepflanze zubereitet wird.“

Tee wird aus der Teepflanze zubereitet! Was aber ist die Teepflanze? Auch hier hab ich Wikipedia gefragt.

„Die Teepflanze (Camellia Sinensis oder Camellia Assamica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kamelien innerhalb der Familie der Teestrauchgewächse. Aus den Pflanzenteilen wird echter Tee gewonnen“.

Also Tee ist nur Tee, wenn er aus der echten Teepflanze gewonnen wird. Nach der ISO-Norm 3720 (das ist die ISO-Norm, die sich mit dem Thema Tee befasst) dürfen nur die Aufgüsse von Pflanzenteilen der Pflanzen Camellia Sinensis und Camelia Assamica als Tee bezeichnet werden. Die anderen Heißgetränke dürften nach dieser rechtlichen Definition nicht als Tee benannt werden. Dürfen sie auch nicht! Eigentlich wäre der Begriff „Teeähnliches Heißgetränk“ richtig, das ist aber ein so übel klingender Begriff, dass ich überzeugt bin, dass sowohl ich als auch Ihr dann keinen Früchte- oder Kräutertee kaufen würdet. Aber aus diesem Grund müssen in Deutschland Tees, die nicht von der Teepflanze kommen, auch so gekennzeichnet sein, z. B. Früchtetee, Pfefferminztee, Mate-Tee, etz..  
Die meisten trinken eben Kamillen- oder Fencheltee, wenn sie krank sind, die Assoziation ist wahrscheinlich aus der Kindheit geblieben. Während Kaffee oft mit Genuss verbunden wird, z. B. zum Frühstück mit frischen Brötchen oder zum Kuchen, denken viele beim Tee an Krankheit.  Die britische Tea-Time, die ostfriesische Teezeremonie oder die asiatische Wellnes-Zeremonie werden hierzulande oft vergessen.
In Deutschland gibt es nur ein Wort für Tee, auch für die Gesundheits- oder Arzneimitteltees.  Aber wie ist das in anderen Ländern? Schon seit dem 18. Jahrhundert wird das Wort Tee als eine Bezeichnung für heiße Aufgussgetränke verwendet, eigentlich fast überall auf der Welt, egal ob in Russland, England oder Türkei. Im romanischen Sprachraum ist es aber anders. In Frankreich wird nur der „richtige“ Tee auch Thé genannt, die anderen Aufgussgetränke heißen Infusion oder Tisane. In Spanien auch, schwarzer und grüner Tee heißen Té, die anderen Heißgetränke Infusión. Was am Anfang bei meinem Teeshopping im Ausland zu großen Verwirrungen geführt hat, begeistert mich inzwischen.
Ich werde nicht die deutsche Sprache revolutionieren, das ist mir bewusst. Ich wollte mit diesem Post nur den „echten“ Tee in den Mittelpunkt stellen. Aber leider muss ich auch zugeben, dass ich beim Wort Infusion sofort an Krankheit denke.
Inzwischen, wenn mir jemand sagt „Tee trinke ich nur wenn ich krank bin“, habe ich mir angewöhnt zu antworten, dass ich so gesund bin, weil ich so viel Tee trinke. Ich glaube, ich hab ein ganz fittes Immunsystem und da sich das Interesse an sportlichen Tätigkeiten bei mir sehr in Grenzen hält (Sofa, Buch und Tee eben) und ich eine Obstallergie habe (daher könnte meine Vitaminzufuhr auch verbessert werden), muss es ja irgendeine Begründung dafür geben.

Und jetzt mache ich mir eine Tasse „Infusion Pomme Cannelle“, den ich aus Frankreich mitgebracht habe, da ich sowohl Tee als auch teeähnliche Heißgetränke gerne trinke.
Ich hoffe, dass Tee für Euch ein Genuss ist!

Erstellt am Oktober 29, 2013
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10 Antworten zu “Ein Tee, ist ein Tee… ist ein Tee…NEIN, oder doch?”

  1. Spricht der Pharmazeut bei Teemischungen nicht auch von "Drogenmischungen", weil bei denen getrocknete Pflanzen (also quasi Tee) als Drogen bezeichnet werden?
    Verwirrende deutsche Fachsprachen! Toller Post, wie immer. Liebe Grüße, Andrea

  2. Maegwin sagt:

    Das weiß ich gar nicht, ich hab noch nie Drogenmischungen in der Apotheke gekauft. Wäre eine Recherche wert :-D.

  3. Pasadena85 sagt:

    schöner und gut recherchierter Post !
    den Satz mit dem Tee und dem Kranksein kenne ich auch 😀

    allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass ich meinen Teekonsum grade ziemlich zurückfahre, seitdem andauernd Diskussionen bzgl leberschädigendem und krebserregendem PA im Umlauf sind

  4. Pastellfee sagt:

    Toller Beitrag! Tee hat so viel mehr zu bieten als Beschwerdelinderung… aber die meisten kennen nur die klassischen Kamillen-, Hagebutten- und Pfefferminztees aus dem Supermarkt und vielleicht noch grünen und schwarzen Tee. Aber dabei gibt es richtig viele leckere Sorten! Seit ich mehr Tee trinke (etwa seit 2005), trinke ich auch insgesamt viel mehr. Früher hab ich eher wenig getrunken und wenn dann eher Apfelschorle, Limo oder stilles Wasser, aber seit ich die verschiedensten Teesorten (und Teeläden) für mich entdeckt hab, schaffe ich problemlos 1,5-2 Liter Flüssigkeit am Tag, das ist ja auch gut für die Gesundheit wenn man mehr trinkt und wenn das, was man trinkt, zuckerfrei ist 🙂 Und ich genieße auch jede einzelne Tasse! Vor allem meine Tasse Tee am morgen könnte ich mir nicht mehr wegdenken! Kaffee trinke ich hingegen gar nicht.

    Das mit den Drogenmischungen würd mich auch interessieren 🙂

  5. Also ich muss ja gestehen, dass ich unglaublich gerne Salbeitee trinke. Das ist ja eigentlich DER Tee, wenn man krank ist, aber ich trinke ihn im Herbst und Winter mehrmals wöchentlich einfach, weil er mir schmeckt und mich so schön von Innnen her wärmt. Ich habe also IMMER Salbeitee im Haus, denn ansonsten werde ich unruhig 😉

    Liebe Grüße 🙂

    Ps.: Das Foto von dir in der Sidebar ist zauberhaft 🙂

  6. Maegwin sagt:

    Danke liebe Frau Ahnungslos! Ich glaube, "zauberhaft" hab ich noch nie als Kompliment gehört :-D.

    Ich trinke auch total gerne Salbei-Tee, hab früher auch selber Salbei angebaut und ihn dann getrocknet. Als ich noch im Jugendzentrum gearbeitet hab, haben mir die Jugendlichen mal ein Päckchen Salbeitee geklaut, ich weiß nicht genau, was sie dann damit gemacht haben…. und schön wären wir wieder bei Drogen angekommen. Ob man wohl Salbei rauchen kann?

  7. Tja, der Meinung sind viele Leute, dass Tee nur etwas für Kranke ist 😉 Die wissen ja gar nicht, um welchen Genuss sie sich bringen!
    Könnte durchaus sein, dass die Jugendlichen den Salbei geraucht haben. Ob es schmeckt? Keine Ahnung, aber in vielen Kulturen wird ja mit Salbei geräuchert, also gehe ich mal davon aus, dass es nicht wirklich schädlich ist.
    Liebe Grüße
    Susanne

  8. Haha, das mit der Obstallergie und dem "Sport" ist bei mir ähnlich, nur leider hält mein Immunsystem die Bazillenschleuder "Schule" nicht stand. Immerhin, war ich in diesem Schuljahr noch nicht krank und ich trinke seit diesem Schuhljahr während des Unterrichts jeden Tag einen Liter Tee (grünen). Vielleicht hilft das ja, denn im letzten Schuljahr habe ich bei fünf Erkältungen aufgehört zu zählen!
    LG horrorbiene

  9. Dein Lächeln ist soooo schön auf dem Foto, da fiel mir ganz automatisch nur das Wort "zauberhaft" für ein 🙂
    Öhm, keine Ahnung, ob man Salbeiblätter rauchen kann- nun bring mich mal nicht auf komische Ideen, ich habe nämlich noch ein paar selbst getrocknete Salbeiblätter in der Küche hängen …

    Liebe Grüße :*

  10. Carolina sagt:

    I drink tea In many varieties, I love it . so refeshing even relaxing…with lemon… green… etc Tea every day, is the glory to me.
    Have a beautiful Sunday! xoxo

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