Die Katharerburgen liegen meistens sehr malerisch und unerreichbar, oft thronen sie auf den Gipfeln der Pyreneen im Süden Frankreichs.  Im Languedoc-Roussillion gibt es eine ganze Reihe davon.

Burg Queribus Frankreich Katharer

Auch die Burg Quéribus ist eine von vielen Katharerburgen der Pyrenäen, sie liegt ca. 50 Km von der Stadt Perpignan entfernt, unweit der spanischen Grenze.

Burg Queribus Frankreich Katharer

Zuerst aber einige Sätze über die Katharer, auch Albigenser genannt. Die Katharer (das kommt aus dem griechischen Katharoni – „die Reinen“) war eine von der katholischen Kirche nicht anerkannte Sekte. Ihr Ursprung kommt aus dem byzantinischen Raum, aber in Südfrankreich war der Glaube der Katharer am meisten verbreitet. Die Katharer haben sich von der materiellen Welt und der missratenen katholischen Kirche abgewandt, sie haben alles weltliche verneint und lebten in Armut, Bescheidenheit und Enthaltsamkeit. Weil nicht nur das einfache Volk sich immer mehr den Katharern anschloss, sondern auch französische Adelige, wollte Papst Innozenz III die Ketzer nicht länger dulden und rief zu einem Kreuzzug gegen die Ungläubigen auf.

Bei der Bezeichnung Katharerburgen könnte man glauben, dass die Burgen in Okzitanien von Katharern erbaut wurden, das war aber nicht so. Die Adeligen gewährten den Katharern nur Unterschlupf auf ihren Festungen. Als die Burgen eingenommen wurden, kämpften die Katharer nicht, sondern gingen freiwillig als Märtyrer in den Tod. Sie wurden als Ketzer verbrannt.

Burg Queribus Frankreich Katharer

 

Nach dem Albigenserkreuzzug (1209-1229) war Okzitanien weitgehend in den Händen der Katholiken, es gab nur noch wenige uneinnehmbare Felsenburgen, in denen sich die Katharer verschanzt haben. Quéribus war die letzte Festung der Katharer, die erst 1256 von den Katholiken eingenommen wurde.

Burg Queribus Frankreich Katharer

Die Burg Quéribus wurde 1020 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Burganlage im französisch-spanischen Grenzgebiet hat eine sehr wechselhafte Geschichte, sie gehörte Mal zum Königreich Aragon, Spanien und Mal dem französischen Königreich. Ende des 12. Jahrhunderts gehörte die Burg der Familie Cucugnan, die mit den Katharern sympathisierte und ihnen Zuflucht in der Burg gewährte.

Burg Queribus Frankreich Katharer

 

Burg Queribus Frankreich Katharer

Legenden erzählen, dass sich in Quéribus das Heiligtum der Katharer befand. Nachdem die Hauptfestung der Katharer Montségur gefallen ist, soll der Schatz  nach Quéribus gebracht worden sein. Der Burg Montségur wird nachgesagt, dass sie eine Gralsburg ist. Vielleicht wurde der Heilige Gral auch auf der Burg Quéribus aufbewahrt?

Viele Adelige, die sich den Katharern anschlossen, schenkten den Templern ihre Ländereinen. Der vierte Großmeister des Tempelritterordens, Bernhard de Blanchefort, stammt aus einer katharischen Familie. Dem Albigenserkreuzzug haben sich die Templer nicht angeschlossen, sie verhielten sich neutral, angeblich gab es im Templerorden mehr Katharer als Katholiken. Nur 60 Jahre nachdem die letzte Katharerfestung gefallen ist, mussten die Templer das gleiche Schicksal erleiden und endeten auf dem Scheiterhaufen.

Burg Queribus Frankreich Katharer

 

Burg Queribus Frankreich Katharer
Burg Queribus Frankreich Katharer

Zum Schluss noch etwas von der spektakulären Landschaft.
Die Pyrenäen sind voller interessanter Burgen, einige werde ich hier bestimmt noch zeigen.

Erstellt am Januar 11, 2014


8 Antworten zu “Chateau Quéribus in den Pyrenäen – eine der Gralsburgen in Südfrankreich”

  1. Klasse Bericht und tolle Bilder, auf der waren wir (glaube ich) auch, müsste erst mal wieder die Bilder durchforsten, ich werde alt 😀 !

  2. ^.^ sagt:

    Dein blog ist wundervoll … Love, cat.

  3. Gabriele C. sagt:

    Hallo Maegwin, ich bin beim googlen von Burg Polle auf Deinen Blog gestoßen und habe beim Browsen festgestellt, daß wir ein Interesse für Burgen und Reisen teilen. So einige Burgen haben wir beide besucht, und ich habe noch ein paar neue auf Deinem Blog gefunden, die ich mal auf die Liste setzen werde.
    Ich blogge auch über meine Reisen und römische und mitteralterliche Geschichte, illustriert mit meinen Photos – allerdings auf Englisch. http://lostfort.blogspot.com Du kannst mich ja mal online besuchen. 🙂

    Gabriele

  4. Michaela sagt:

    Ich liebe deinen Blog aber das weißt du ja… immer wieder aufs neue faszinierend und wunderschön…

    Lieben Gruß, Michaela

  5. Rostrose sagt:

    Liebe Maegwin,
    wiedermal was wundervoll Neues für mich – von Templern hatte ich ja schon gehört, aber von Katharern und "ihren" Burgen noch nicht. Spannende Geschichte, bei der die Katholiken auch mal wieder nicht gut abschneiden… (faszinierend, dass die Katholische Kirche es im Lauf der Jahrhunderte dennoch geschafft hat, sich "Nächstenliebe" auf den Latz zu sticken ;o))
    Einen schönen Abend noch
    und liebe Rostrosengrüße, Traude
    ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥:
    PS: Bei mir geht's jetzt wieder mit Indien weiter – und diesmal gibt es sogar "alte Steine" dort zu sehen – sprich einen alten holländischen Friedhof, der dir vermutlich gefallen könnte. Leider durfte man nicht hineingehen, ich konnte also nur vom Tor aus fotografieren…

  6. Thea sagt:

    Die Burg sieht toll aus, trotz trauriger Geschichte, als wenn sie aus dem Fels in die Höhe gewachsen ist 🙂 LG Thea

  7. Kath rin sagt:

    Sehr interessanter Post. So alte Steine sind doch immer wieder faszinierend!

    lg kathrin

  8. und wie wars da?
    btw: würde mich freuen, wenn du mir auf dem neuen Blog auch folgen würdest:

    http://sommer-n8s-traum.blogspot.de/

    lg

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