Absinth…und ich
Zu Absinth fühle ich mich immer wieder hingezogen – das Getränk ist cool und kultig. Absinth ist geheimnisvoll und gefährlich, es ist ein teuflisches Getränk. Viele Künstler der Jahrhundertwende waren begeisterte Absinthkonsumenten: Baudelaire, Gauguin, van Gogh, Hemingway, Wilde, Poe oder auch Crowley, das sind nur einige… also irgend etwas muss das Zeug ja haben.

Meine erste Flasche Absinth habe ich übrigens in Prag gekauft, ich glaube, damals war er in Deutschland noch nicht erhältlich. Das war mein erste erste Reise mit Gero, 11 Jahre ist es her. Dass die Flaschen Absinth immer noch im Schrank steht, ist eigentlich ein schlechtes Zeichen… jeder möchte mal Absinth probieren, ein zweites Glas will aber keiner.
Aufmachung des Buches
Das Cover ist vielleicht eine Erklärung, warum ich das Buch „Der Kuss der Grünen Fee – Kriminelle Absinth-Geschichten“ unbedingt lesen wollte. Der Inhalt klingt interessant und das Cover…. ist zauberhaft. Ich liebe Jugendstil, daher war ich auf den ersten Blick auch in das Cover verliebt. Sowohl der Umschlag als auch der Inhalt – genau mein Beuteshema. Das Bild spiegelt perfekt die Belle Epoque, die Zeit, in der Absinth in großen Mengen genossen wurde.
Die jeweiligen Erzählungen beginnen mit einem Jugenstilbild und das grüne Lesebändchen vollendet die edle Aufmachung des Buches.
Inhalt  
Das Buch enthält 10 Kurzgeschichten von 10 verschiedenen Autoren, die natürlich alle mehr oder weniger mit dem Thema Absinth zu tun haben. Neben dem Absinth haben alle Kurzgeschichten eine weitere Gemeinsamkeit, sie basieren auf realen Vorkommnissen, bei vielen der Protagonisten handelt es sich um reale Personen. Am Ende jeder Geschichte bekommt der Leser Informationen, um welche Person oder welches Zeitgeschehen sich die Erzählung drehte.
Wie so oft bei Kurzgeschichten verschiedener Autoren, enthält das Buch Geschichten, die mir sehr gut gefallen und welche, die mir weniger gefallen. Bis auf die erste Erzählung spielen alle um die Jahrhundertwende 1900, in der Hochphase des Absinth.

Die erste Erzählung spielt in Frankreich kurz nach der Französischen Revolution, die Hauptperson ist Dr. Pierre Ordinaire, der Erfinder des „Elixir d’Absinthe“. Diese Gesichte spielt ca. 100 Jahre früher, wie der Rest des Buches.

Am besten gefallen mir aber zwei andere Erzählungen. „Vom Glück und Unglück am Rande des Abgrunds“ von Aje Andrea Brücken gibt einen Einblick in das Leben der jungen rebellischen Frieda, am Vorabend des ersten Weltkrieges, die auf der Suche nach dem Tod nach Berlin flieht und dort etwas ganz anderes findet. „Das Ohr“ von Peter Hoeft erzählt, wie man sich bei dem Titel schon fast denken kann, von van Gogh’s Ohr. Diese Erzählung berichtet von der Begebenheit ein wenig anders… angeblich hat sich Vincent van Gogh nicht selbst im Absinthrausch das Ohr abgeschnitten, sondern es war ein Unfall, an dem auch Paul Gauguin beteiligt war.

Das waren aber nur drei Beispiele, jede der Geschichten hat ihren Reiz. Das Buch würde ich jedem empfehlen, der kurzweilige historische Unterhaltung, mit einem Hauch von Verbotenem mag.

Das Buch erschien beim Dryas-Verlag, es kostet 19,90 €. Vielen Dank, dass mir das Leseexemplar zur Verfügung gestellt wurde.

 À VOTRE SANTÉ!!!


Erstellt am April 27, 2014
Schlagworte:


Eine Antwort zu “„Der Kuss der Grünen Fee“ – Kriminelle Absinth-Geschichten, Hrsg. von Ulrike Bliefert”

  1. Ich erwähne jetzt besser nicht, dass ich früher mal den ein oder anderen Abend in einer urigen Absinth-Bar (und da gibt es wirklich NUR Absinth in zig Variationen) verbracht habe…Ich habe aber stets die milderen Sorten genossen, wenn man bei Absinth überhaupt von "mild" sprechen kann 😉

    Liebe Grüße und noch einen schönen Restsonntag 🙂

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