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Mitten auf dem Fluss Tejo liegt eine kleine Insel, auf der das Castelo de Almourol gebaut ist. Eine fast uneinnehmbare Burg ist es, auch für Touristen, wenn die Fähren oder Boote nicht fahren. Leider haben wir das Castelo nur von weitem bewundern können, da auf der Burg Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden, der Fährbetrieb daher eingestellt war. Durch den Eintritt von Wasser sind Restaurierungsarbeiten an der Burg häufiger notwendig.

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Der Ursprung des Namens Almourol stammt vermutlich aus dem arabischen, „almoran“ bedeutet „hoher Felsen“, ein sehr passender Name für eine Burg, die mitten im Fluss Tejo auf einem 18 Meter hohen Granitfelsen gebaut ist.

Die Burg wurde in den Jahren 1160 -1171 vom Großmeister der Templer Gualdim Pais erbaut, sie diente den Templern als ein Militärstützpunkt. Sie wurde nur kurz nach der Burg Tomar gebaut, vom gleichen Großmeister. Vor den Tempelrittern gab es auf dieser Insel schon ein römlisches Kastell „Almorolan“ und davor eine lusitanische Siedlung. Lusitanier waren ein keltisch-iberischer Stamm, der ca. 200 Jahre v. Chr. auf der iberischen Halbinsel lebte. Ob die Lusitanier wirklich keltischen Ursprung hatten, ist bis heute nicht abschließend erforscht. Während archäologischer Ausgrabungen wurden auf dem Gelände der Burg römische Münzen und mittelalterliche Medaillen gefunden. Nach den Römern wurde die Gegend von den Mauren erobert, die mehrere Jahrhunderte über diesen Teil der iberischen Halbinsel herrschten und erst im Jahre 1129 wieder von den Portugiesen erobert.

Mir persönlich gefällt eher eine andere Geschichte von der Namensgebung Almourol. Laut dieser Legende befand sich die Burg im Besitz des Riesen Almour, der zwei schöne Prinzessinnen entführte, Misaguarda und Polinarda und sie auf der Insel gefangen hielt. Ein englischer Ritter, Palmeirim, der eigentlich auf dem Weg ins Heilige Land war, wollte den Riesen bekämpfen. Ein anderer Ritter, der nur „the sad knight“ genannt wird, wollte die beiden Prinzessinnen auch retten. Leider bekämpften die beiden Ritter nur einander und konnten die Prinzessinnen nicht befreien. Zur Erinnerung: als Riesen wurden in frühen Legenden die Nicht-Christen genannt.

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Schon seit der maurischen Zeit gibt es angeblich einen geheimen Gang, der die Insel mit dem Festland verbindet… und das ist die Überleitung zu einer weiteren Legende. Der arabische Herrscher Almorolan hatte eine Tochter, die sich in einen christlichen Ritter verliebte. Um heimliche Treffen zu ermöglichen, verriet sie ihm das streng gehütete Geheimnis des unterirdischen Gangs. Dieser teilte sein Wissen mit seinem Vorgesetzten, woraufhin die Burg erobert und von Christen eingenommen wurde. Um die Ehre zu wahren, stürzten sich der Emir und seine Tochter in den Tejo. Der Geist des Mädchens wird angeblich bis heute hin und wieder mal gesichtet.

Die zauberhafte Lage der Burg mitten auf einem Fluss hat vermutlich schon seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen beflügelt.

Almourol wird mit dem Heiligen Gral in Verbindung gebracht. Nach der Auslöschung des Templerordens in Frankreich, flohen einige Templer durch Spanien nach Portugal, wo sie nicht verfolgt wurden. Portugal und Großbritannien waren die einzigen Länder, wo die Templer nicht verfolgt wurden. Die Templer, die den „Schatz der Templer“ bei sich hatten, brachen in La Rochelle auf und waren mit Schiffen unterwegs, aber keiner weiß, wohin sie geflohen sind. Einige Forscher behaupten, dass sie den Fluss Tajo (spanisch) oder Tejo (portugiesisch) nutzten und in Portugal zuflucht fanden.

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Nach der Auflösung des Temperordens ging die Burg in den Besitz des Christusordens über, verlor aber ihren strategischen wert und verfiel immer mehr. Erst im 19. Jahrhundert, im Zeitalter der Romantik, als das Mittelalter wieder „in“ war, wurde die Burg wieder aufgebaut, die Zinnen stammen aus dieser Zeit. 1910 wurde die Burg zu einem Nationaldenkmal Portugals erklärt.

Erstellt am April 20, 2014


5 Antworten zu “Templerburg Almourol, Portugal”

  1. Wieder ne tolle Burg, Portugal waren wir leider noch nicht!

  2. Michaela sagt:

    Wie aus einem Märchenbuch oder? Unglaublich schön… Nein da war ich auch noch nie 🙂
    Ganz lieben Gruß, Michaela

  3. Hallo Maegwin,
    wunderbare Fotos von der Burgruine …

    Gruß Dieter

  4. McAndru sagt:

    Schöne Fotos….Almourol möchte ich noch sehen….ansonsten in Tomar und anderen Templer Orten in Spain war ich.
    Gruß McAndru

  5. Du hast einen tollen Blog, ich habe noch nie einen gesehen der sich mit solchen Themen beschäftigt!
    Finde alte Gemäuer ebenfalls spannend, geschichtlich und fotografisch, aber bis ich mich durch alle Artikel deines Blogs gelesen habe könnte es noch etwas dauern 😀

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