Side ist das Aushängeschild für deutschen Pauschalurlaub. Die meisten Touristen kommen hierher, um Pauschalurlaub zu machen, den vielen reicht Strand und ein All-Inclusive-Hotel. Doch was kann man in Side unternehmen? Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Umgebung von Side? Ich gehöre zu den Reisenden, die immer unterwegs sind und ganz viel sehen wollen. Ich liebe Geschichte und Ruinen. Doch welche Ruinen gibt es bei Side? Welche Altstädte lohnen sich? Es gibt im Netz nicht viele Informationen dazu, ich habe viel gesucht. Daher möchte ich Euch einige Tipps für Side und Umgebung zu geben, denn es gibt viele interessante Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Side. Man kann sehr viele Tagesausflüge aus Side unternehmen. Da ich immer mit ÖPNV unterwegs war, werde ich auf die Verbindungen bei Side eingehen, damit Ihr wisst, wie man die Sehenswürdigkeiten mit Bus erreichen kann.

Blaues Meer in der Türkei, Strandurlaub Türkei
Side – azurblaues Meer & fast immer schönes Wetter

Über Side

Kilometerweite Hotelreihen entlang des Strandes, All-Inclusive-Hotelanlagen mit Strandzugang, die von den Bewohnern nur verlassen werden, um nachgemachte Markenprodukte einzukaufen. Das ist ein Klischee und doch die Realität. Side gehörte nicht zu den allerersten Zielen meiner Wunschliste, doch ich hatte das Glück, eine Ultra-All-Inclusive Reise nach Side zu gewinnen und durfte daher wider Erwarten in den Genuss zu kommen. Es war ein Schock für mich, dass die Küste der Türkischen Riviera mindestens auf 150 Kilometern nur aus Hotelanlagen besteht. So etwas habe ich tatsächlich noch auf keiner meiner Reisen gesehen. Entsprechend voller Touristen ist die Stadt und die Altstadt.

Absolut touristisch – Side

Ruinen in Side

Die Halbinsel von Side war schon sehr früh bewohnt, prachtvolle Ruinen zeugen heute von der bedeutenden Siedlung am Mittelmeer. Die antike Stadt ist mindestens 3500-4000 Jahre alt, vielleicht aber noch deutlich älter, somit ist es eine der ältesten Städte der türkischen Südküste. Einige der Ruinen stammen aus griechischer, die meisten aber aus römischer Zeit, um das 3. Jahrhundert nach Christus.  Die Sideter sollen Hannibal bei seiner Schlacht gegen Rom unterstützt haben. Später soll Side einer der bedeutendsten Piratenstützpunkte und Sklavenmärkte im Mittelmeerraum gewesen sein. Schon damals lebten in Side ca. 15.000 Einwohner dort, das ist mehr als heute.

Side Sehenswürdigkeiten, Ruinen in der Türkei
Es gibt eine Vielzahl von Ruinen in und um Side.

Schon im 3. Jhdt n. Ch. gab es in Side eine christliche Gemeinde, zu Zeiten des Kaisers Diokletian, wurde es sogar ein Bischofssitz. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es keine weiteren Überlieferungen, die Stadt verfiel vermutlich zu Ruinen. 1817 beschrieb Sir Francis Beaufort die Ruinen von Side. Aus seinen Aufzeichnungen geht hervor, dass damals noch deutlich mehr Bauten als heute erhalten waren, doch sie waren zum großen Teil vom Sand verschüttet.

ÖPNV nach Side: Dolmush (Minibus) – Kosten betragen ca. 1-1,50 € (hier muss man mit Euro bezahlen)

Antike Gräber in Side
Ausgrabungen im historischen Museum

Altstadt von Antalya

Nach Antalya habe ich einen Tagesausflug gemacht, daher leider nur Zeit für den Hafen und die Altstadt gehabt. Doch schon die Altstadt hat so viel Charme, dass ich sehr gerne mehrere Tage dort verbracht hätte. Es gibt hier sehr viele schmale Gassen mit alten Holzhäusern, dazu eher individuelle Geschäfte mit viel Kunsthandwerk, abseits der Markenpiraterie. Am Rande der Altstadt findet man ein alternatives Viertel mit interessanten Einkehrmöglichkeiten.

Wenn man Antalya besucht, sollte man auch unbedingt den Hafen anschauen, denn die Stadt liegt direkt am Meer und der Hafen von Antalya ist alt. Interessant sind die vielen Ausflugsschiffe, die alle einen bunten und historischen Touch haben.

Sehenswürdigkeiten Antalya, Altstadt von Antalya
Türkisblaues Meer in Antalya

Für Geschichtsinteressierte ist die Stadt auf jeden Fall einen Besuch wert. Wie Side, wurde auch Antalya ca. 150 Jahre v. Chr. gegründet, es gibt noch einige historische Sehenswürdigkeiten, jedoch weniger als in Side. An die römische Zeit erinnert das Hadrianstor, das einzige noch erhaltene Tor der antiken Stadtmauer. Auch in die Yivli-Minare-Moschee aus dem 13. Jahrhundert lohnt sich ein Abstecher. In der Nähe kann man ein Sufi-Museum besuchen, der die Geschichte des Ordens erzählt.

Sehenswürdigkeiten Antalya, römische Ruinen in Antalya
Hadrianstor – römischer Teil der Stadtmauer

Schönes Café und Teestube in Antalya

Ein Café-Tipp habe ich für Euch, denn in Antalya habe ich einen absolut reizvollen und individuellen Tee-Salon entdeckt. Die Tee- und Kuchenkarte ist außergewöhnlich. Man kann hier Spezialitäten und Hausmischungen probieren, es nur hier gibt, die Auswahl ist groß. Hinzu kommt, dass der Tee-Salon aus mehreren Räumen besteht, von denen jeder anderes eingerichtet ist. Der britisch-nostalgische Raum war natürlich mein Liebling.

Tolles Café in Antalya, Tee trinken in Antalya
So british – jedoch in Antalya
Café-Empfehlung für Antalya, Teestube Antalya
Verschiedene Tees und köstlicher Kuchen

ÖPNV nach Antalya: Wenn Ihr in einem der Hotel am Strand wohnt, müsst Ihr zuerst zur Bushaltestelle für die Überlandbusse kommen, diese liegt an der Hauptstraße D400. Die Bushaltestellen befinden sich in Side oder in Colakli, Ihr erreicht sie mit einem Dolmush. Der Bus von Side nach Antalya braucht etwas mehr als eine Stunde. Vom Busbahnhof in Antalya nehmt Ihr die S-Bahn in Richtung „Expo“, die Station “Ismet Pasha” liegt am Rande der Altstadt. Der Preis für eine Busfahrt nach Antalya lag bei ca. 2,50 €.

Die antike Stadt Aspendos

Aspendos war der Höhepunkt meiner Reise, denn die antike Ruinenstadt ist unglaublich vielseitig und weitläufig. Es ist für mich die Top-Sehenswürdigkeit bei Side. Aspendos ist vor allem bekannt für die antike und die moderne Arena. Es gibt viele organisierte Ausflüge und Bustouren zur Arena, doch diese planen nur kurze Zeit für den Besuch der Arena ein und fahren dann weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Für die Überreste der Antiken Stadt ist keine Zeit. Um die Ruinen ausgiebig zu erkunden, muss man sich Zeit nehmen. Ich habe fast einen ganzen Tag dort verbracht. Während in die Arena immer neue Touristengruppen strömen, schaut sich kaum jemand die Ruinen an. Wir waren fast alleine dort.

Sehenswürdigkeiten bei Side, mit dem Bus nach Aspendos, Ruinen bei Antalya
Ruinen aus verschiedenen Epochen – archäologisch unerforscht

In Aspendos findet man Ruinen aus verschiedenen Epochen. Das faszinierende ist, dass die Stadt archäologisch noch unentdeckt ist, hier fanden bisher noch keine Ausgrabungen statt. Wenn die Anlage jetzt schon so faszinierend ist, wer weiß, welche Geheimnisse die Ruinen noch bergen?

Es gibt Vermutungen, dass Aspendos ca. 1200 vor Christus gegründet wurde. Münzenfunde aus dem 5-3 Jhdt. v. Ch. zeugen von griechischer Vergangenheit. Die heute erhaltenen Ruinen sind aus römischer Zeit oder jünger. Das römische Amphitheater gehört zu den besterhaltenen Theatern überhaupt und zu den größten in Kleinasien. Ansonsten kann man hier Überreste römischer Thermen und Sportanlagen sehen, Stadttore, Zisternen und ein imposantes Aquädukt und diverse Wohnhäuser.

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Überreste vom römischen Aquädukt

OPNV nach Aspendos: Aspendos ist für mich die Top-Sehenswürdigkeit der Region, doch gerade hier ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln am schwierigsten. Wie schon oben beschrieben, nimmt man den Bus nach Antalya. Aussteigen kann man in Belkis. Von dort kann man 4 Km zu Fuß gehen oder ein Taxi nehmen. Wir waren in der Nachsaison dort, es warteten keine Taxis dort, daher sind wir gelaufen. 4 Km bei praller Sonne und 33° waren sehr beschwerlich. Alternative wäre in Serik auszusteigen und von dort mit einem Dolmush nach Aspendos zu fahren, dieser fährt stündlich. Für den Rückweg haben wir ein Taxi genommen, für ca. 25 € ist das durchaus erschwinglich.

Byzantinische Ruinen, Ruinen von Aspendos, Sehenswürdigkeiten bei Side
Ruine einer byzantinischen Basilika

Alanya mit imposanter Burganlage

Alanya ist ein Badeort, viele Sehenwürdigkeiten gibt es hier nicht, auch sind nicht viele Überreste aus der Vergangenheit erhalten. Alanya hat den Ruf, die deutscheste Stadt der Türkei zu sein, da so viele deutsche Auswanderer hier leben. Unbedingt sehen sollte man den Hafen und den Cleopatra-Strand und natürlich den Burgberg, da hier alle historischen Sehenswürdigkeiten versammelt sind. Der Cleopatra-Strand ist so benannt, da Marcus Antonius seiner Geliebten diesen Strandabschnitt geschenkt haben soll. Von der Innenstadt führt eine Seilbahn auf den Burgberg. Ich war froh, dass ich die Seilbahn gewählt habe, denn der Berg ist sehr steil und bei über 30°C stelle ich mir einen Aufstieg sehr mühsam vor.

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Blick vom Burgberg auf den Cleopatra-Strand

Die Burganlage von Alanya ist vollgepackt mit Geschichte verschiedener Epochen. Griechen, Römer, Byzantiner und Seldschuken haben auf dem Burgberg gesiedelt. Aus römischer und byzantinischer Zeit sind noch einige Bauten erhalten. Die meisten der heut erhaltenen Teile wurden von den Seldschucken errichtet, einer türkischen Dynastie, die im 11./12. Jahrhundert, in der Gegend von Anatolien bis Syrien herrschte. Umgeben ist die Burg von 6 Km langen Festungsmauern, die von weitem sichtbar sind.

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Burg von Alanya

In der Umgebung von Alanya soll es sehr viele interessante Ruinen geben, doch diese habe ich leider nicht mehr besucht.

ÖPNV-Erreichbarkeit von Alanya ist wiederum relativ problemlos. Mit dem Dolmush muss man nach Manangvat fahren und dort am Busbahnhof am Markt in den Bus nach Alanya steigen. Man ist ca. 1,5 Stunden unterwegs.

Mein Hotel – Novum Garden Side

Für alle, die noch eine Hotelempfehlung interessiert, ich habe im Novum Garden Side gewohnt, einem der vielen Strand-Ultra-All-Inclusive-Hotels, im Stadtteil Gündogdu, das ist 12 Km von Side entfernt. Vom Hotel ist Side problemlos zu erreichen, denn die Dolmushe fahren im 10-15 Minuten-Takt direkt am Hotel ab.

Das Hotel ist ziemlich neu und vor allem riesig. Es besteht aus 4 Hotelhochhäusern, schnell hochgerechnet bin ich auf über 1000 Zimmer gekommen. Das Publikum ist fast ausschließlich deutsch. Ein kleiner Teil  des Publikums spricht russisch, türkisch oder polnisch, das sind aber in Deutschland lebende Personen. Man erkennt es an dem Sprachmix, wenn deutsche Phrasen in die Muttersprache eingewoben werden. Novum Garden Side ist nach dem türkischen Standard ein *****-Hotel, und es gibt nichts, was ich bemängeln könnte. Die Zimmer sind groß und sehr sauber. Die Buffets sind abwechslungsreich, die Auswahl ist einfach riesig. Ich wage mal zu behaupten, dass hier jeder etwas Essbares findet, denn die Auswahl reicht von SchniPo bis zu ausgefallenen Meeresfrüchtegerichten. Da alles Ultra-All-Inclusive ist, sind auch die Getränke inclusive. Hier ist die Auswahl eher schlecht, es gibt nur einen Rot- und einen Weißwein von sehr mittelmäßiger Qualität. Das Hotel hat mehrere Bars, für die Cocktails muss man bezahlen, die anderen Getränke sind im Preis enthalten. Die vielen Gin Tonics habe ich in der kleinen Gartenbar genossen, die etwas abgelegen und wenig besucht wird. Die meisten Hotelgäste gehen in die große Bar am Pool. Zu meiner großen Begeisterung und Erheiterung haben die verspielten jungen Hotelkatzen beigetragen, die mir fast immer Gesellschaft leisteten (Katzensticks in der Handtasche). Schwimmen bin ich täglich gegangen, denn vor dem Frühstück hatte ich die drei Pools noch für mich alleine.

Novum Garden Side, Hotelempfehlung Side

Strand bei Side, Sonnenuntergang am Meer

Mein Fazit – All-Inclusive-Urlaub in Side

Es war eine sehr schöne Reise. Ich habe viel gesehen und viel erlebt, denn es gibt eine Vielzahl verschiedener Sehenswürdigkeiten bei Side. Die Besuche der vielen Ruinen aus verschiedenen Epochen haben mich tief beeindruckt. Die ganze Gegend hat so unglaublich wechselvolle und interessante Geschichte, dass ich gerne noch viel mehr gesehen hätte. Doch leider sind die historischen Sehenswürdigkeiten trotz der Touristenmassen nicht gefragt und kaum besucht. Die meisten sind mit ÖPNV nur schwer bis gar nicht erreichbar, man muss einen Mietwagen haben, um sie sehen zu können. Über das Hotel kann ich nichts Schlechtes sagen, doch eine derartige Massenabfertigung ist ist nicht mein Reiseshema. Hier fehlte mir Charme und Individualität. Ich hoffe sehr, dass ich die türkische Riviera noch einmal besuchen werde, würde dann zu einem kleinen Hotel tendieren. Beim nächsten Mal werde ich auch mehrere Restaurants und und vor allem Cafés ausprobieren, denn gerade die türkische Patisserie zaubert große Köstlichkeiten.

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Erstellt am Januar 1, 2019

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3 Antworten zu “Ausflüge aus Side – Sehenswürdigkeite in Side und Umgebung”

  1. Shadownlight sagt:

    In Side war ich schon mehrmals, aber das war um 2000 rum. Danach wurde es zu touristisch für mich. Die Sehenswürdigkeiten sind wirklich toll!
    Ich wünsche dir ein frohes und glückliches neues Jahr!

    • Burgdame sagt:

      Ja, das glaube ich Dir sofort. Inzwischen sind nur Touristen dort. Mein Nachbar schwärmte so von Side in den 70-ern, denn damals waren fast gar keine Touristen dort und nur eine Handvoll Hotels.
      Wünsche Dir auch ein wunderbares 2019!

  2. Julia sagt:

    Side hat mir auch sehr gefallen. Es gibt dort so vieles und vor allem auch abwechslungsreiches zu unternehmen und zu sehen. 🙂
    Wir hatten noch einen Ausflug nach Alanya gemacht. Dort gibt es auch zahlreiche Ruinen.

    Liebe Grüße an Dich 🙂

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