Schaumburg – Paschenburg – Osterburg

Das Weserbergland ist ein optimales Wandergebiet für mich, denn die Steigungen sind nicht allzu hoch und die Landschaft mit der Weser im Tal ist sehr abwechslungsreich. Daher möchte ich Euch heute einen Wanderweg vorstellen, der mir sehr gefallen hat, nicht nur weil man drei Burgen besucht. Der Drei-Burgen-Wanderweg im Weserbergland ist ein knapp 14 km langer, nicht allzu anstrengender Rundwanderweg, der durch interessante Landschaften führt. Die Sehenswürdigkeiten auf der Strecke sind natürlich ein Highlight, auch wenn man nur eine Burg zu sehen bekommt.

Schon die Bäume sind manchmal sagenhaft!

Der Drei-Burgen-Wanderweg – Rundwanderweg im Weserbergland

Der knapp 14 Kilometer lange Drei-Burgen-Wanderweg beginnt und endet an der Schaumburg, wo man gut parken kann. Da es sich um einen Rundweg handelt, ist es egal, in welche Richtung man zuerst geht. Der Wanderweg wird mit dem mittleren Schwierigkeitsgrad eingestuft, er hat zwar einige recht steile Steigungen, ist aber weitgehend flach und wenig anstrengend. Die Wanderung führt erst durch einen Laubwald, dann entlang an gelb blühenden Rapsfeldern. Später kommt ein wenig Nadelwald, der aber relativ schnell wieder zum Laubwald wechselt. Die Wanderstrecke führt zum großen Teil durch den Wald, durch den Wechsel ist sie aber ziemlich abwechslungsreich. Sowohl die Paschenburg als auch die Schaumburg haben Cafés und Restaurants, daher gibt es zwei interessante Einkehrmöglichkeiten.

Die Schaumburg aus der Ferne, ganz links das Torhaus der Burg.

Schaumburg

Die Schaumburg ist der Stammsitz des Hauses Schauenburg, später Fürstentum Schaumburg-Lippe. Die Burg thront auf einem Berg über der Weser. Erbaut wurde die Burg im 12. Jahrhundert von Grafen von Schauenburg, vermutlich an einer Stelle, wo sich schon deutlich früher eine Burg oder ein Jagdschloss befand. Über drei Jahrhunderte war die Burg der Hauptsitz der Grafen von Schauenburg und Holstein. Da die Burg Schaumburg hieß, benannte sich das Adelsgeschlecht danach, in Grafen von Schaumburg. Mitte des 17. Jahrhunderts starb der letzte Graf von Schaumburg kinderlos, er wurde angeblich vergiftet. Während des 30-jährigen Krieges soll Otto V. von Schaumburg zu einem Bankett beim schwedischen Gesandten eingeladen worden sein. Nach dem Trinkgelage war angeblich eine Mehrzahl der Gäste tot. Die Grafschaft wurde aufgeteilt zwischen der Grafschaft Braunschweig-Lüneburg, Lippe und Hessen-Kassel. Erst Kaiser Wilhelm II. schenkte die Schaumburg dem Fürsten von Schaumburg-Lippe wieder zurück, als Geschenk zur Silberhochzeit. Heute befindet sich in einem Wirtschaftsgebäude der Schaumburg ein Café und Restaurant, mit einem genialen Weserblick.

Auf dem Berg die Schaumburg – im Tal die Weser

Hexenverfolgung in Schaumburg

Die Burg Schaumburg war ein Zentrum der Hexenverfolgung. Daran erinnert die heute noch mächtige Linde vor dem Burgtor, „Hexenlinde“ genannt. Vor 600 Jahren soll eine junge Frau hier der Hexerei angeklagt worden sein. Während sie gefangen genommen wurde, brach sie von einer alten Linde einen Zweig ab, setzte diesen in die Erde und sprach „So wahr diese Linde wachsen wird, so wahr bin ich eine Hexe“. Der Zweig wuchs zu einem Lindenbaum, der angeblich bis heute im Schlosshof steht. Mit der jungen Frau wurde eine Wasserprobe durchgeführt, bei der sie unterging und starb – was als Beweis der Unschuld galt.

Bergfried der Schaumburg

Paschenburg

Die Paschenburg hat meiner Meinung nicht unbedingt den Namen „Burg“ verdient, denn es ist ein ehemaliges Forsthaus. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhundert vom Revierförster im Stil eines klassizistischen Schlosses errichtet. Eine Burg war es jedoch nie. Man könnte glaube, dass der benachbarte steinerne Aussichtsturm ein Überrest einer Burg ist, doch auch dieser wurde im 19. Jahrhundert als Aussichtsturm gebaut. Obwohl die Paschenburg keine Burg ist, lohnt sich der Aufstieg, denn sie liegt auf dem höhsten Punkt des Weserberglandes und die Aussicht von hier ist zauberhaft. In der Paschenburg befindet sich heute ein Café und Restaurant.

Paschenburg mit Aussichtsturm und Blick auf das Wesertal

Osterburg

Wer bei der Bezeichnung Osterburg eine Burg sucht, wird erneut enttäuscht sein, denn die Osterburg gehört in die Kategorie „…es war einmal eine Burg“. An die einst sehr imposante Anlage mit zwei Burgen erinnern heute nur noch zwei Hügel und Wälle. Auf zwei Hügeln gab es eine Art Doppelburg, vermutlich eine Mischung einer Höhenburg und einer hölzernen Motte. Über die Burganlage ist heute nicht viel bekannt, da das Gelände nie umfassend archäologisch untersucht wurde. Erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1211, die Burg gehörte zu der Zeit drei Schwestern, Rasmonda, Bertheide sowie Wicburga, die alle Stiftsdamen waren. Ich bin überzeugt, dass es sich um eine sehr interessante Burganlage handelt, doch derzeit ist nur die Fantasie gefragt.

…und am Ende eine Legende

Etwas oberhalb der Schaumburg, ziemlich genau zwischen der Schauburg und der Paschenburg befindet sich das Meumken Loch, eine kleine Höhle. Dieser Platz soll angeblich die Liebeshöhle eines Grafen von Schaumburg und einer Zwergin gewesen sein. Eine Legende erzählt, dass einer der letzten Grafen von Schaumburg sich immer wieder nachts aus dem Schloss schlich, keiner jedoch wusste, wohin er geht. Der Ehefrau des Grafen ist es aufgefallen und sie verfolgte ihren Mann. In der Höhle fand sie ihn in den Armen einer Zwergin schlafend. Daraufhin schnitt sie der Zwergin einen Zopf ab und ging damit verärgert nach Hause. Als der Graf morgens nach Hause kam, gab ihm die Gräfin den Zopf. Gleichzeitig gab sie den Grafen frei, er sollte tun, was sein Herz ihm sagt. Dieser war angeblich so gerührt, dass er bis ans Lebensende bei der Gräfin blieb und nie wieder die Zwergin besuchte (Alles klar? Jetzt wisst Ihr, wie es geht!).

Doch nachts hörte man immer wieder Stimmen rufen, die den Zopf zurück verlangten, der Graf erhörte sie aber nicht. Später sagten die Stimmen, dass wenn der Zopf nicht zurück kommt, wird das Land des Grafen in Fremde Hände fallen. Doch auch das änderte nicht die Meinung des Grafen. Was die Folge war, habe ich schon oben erwähnt. Die Grafschaft Schaumburg viel tatsächlich in fremde Hände und wurde unter drei Fürstentümern aufgeteilt.

Der Drei-Burgen-Wanderweg – Tageswanderung im Weserbergland

Wer bei dieser Wanderung drei Burgen erwartet, wird enttäuscht sein. Wer eine landschaftlich sehr reizvolle und abwechslungsreiche Wanderung wünscht, mit historischen Sehenswürdigkeiten, phantastischen Legenden und guten Einkehrmöglichkeiten, wird begeistert sein. Der Weg ist nicht allzu anstrengend, zwar mit einigen recht steilen Steigungen, diese sind aber nie sehr lang. Besonders haben mir die vielfältigen Landschaften gefallen, erst Flachland im Tal der Weser, dann Laubwälder, später Nadelwälder und wunderbare Ausblicke von oben auf das Wesertal. Mit knapp 14 Km ist der Drei-Burgen-Wanderweg als eine Tageswanderung gut machbar, man hat genug Zeit für Pausen und kulinarische Genüsse. Da es sich um einen Rundwanderweg handelt, ist die Schaumburg ein Start- und Endpunkt.

Mehr Tipps für das Weserbergland?

Das Weserbergland ist eine wunderbare Region die viele Sehenswürdigkeiten bietet. Mich haben vor allem die vielen imposanten Burgen und Schlösser beeindruckt. Hier findet Ihr einige Tipps im Umkreis von 30 Kilometern um Rinteln.

Schloss Bückeburg mit Hofreitschule und Mausoleum der Fürsten von Schaumburg-Lippe
Das Weserrenaissance-Schloss Hämelschenburg, das Schloss von Frau Holle
Schlosshotel Münchhausen
Die Rattenfängerstadt Hameln

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Erstellt am Mai 8, 2020

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2 Antworten zu “Die schönsten Wanderwege im Weserberglang – Drei-Burgen-Wanderweg”

  1. Schön ist es da!
    Liebe Grüße!

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