Es gibt sie doch, die lebendigen und charmanten Kleinstädte mit viele Cafés und individuellem Einzelhandel. Xanten am Niederrhein gehört dazu, die Stadt hat mir sehr gefallen. Daher zeige ich Euch heute die schönsten Sehenswürdigkeiten von Xanten. Xanten kennen die meisten als Römerstadt, denn die Stadt am Niederrhein zählt zu den 10 ältesten Städten in Deutschland. Natürlich ist die Römerwelt ein Highlight, doch es gibt hier sehr viel mehr zu entdecken. Meist habe ich kulturelle Sehenswürdigkeiten besucht, daher empfehle ich sie gerne und nehme Euch auf eine kurze Reise nach Xanten, um die Sehenswürdigkeiten von Xanten und der Umgebung zu entdecken. Neben der Römerwelt gibt es eine hier schöne Altstadt, umgeben von einer Stadtmauer mit erhaltenen Toren, eine sehr sehenswerte Basilika, Museen und zwei Mühlen. Xanten ist auch die Stadt von Siegfried von den Nibelungen, daher kann man die Stadt auch als eine Station auf einer sagenhaften Reise sehen. Die heutigen Tipps für die Sehenswürdigkeiten von Xanten und Umgebung schafft man vermutlich nicht an einem Tag, es lohnt sich, ein ganzes Wochenende oder mehr in der Gegen zu verbringen.

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Die alten Stadttore in Xanten erinnern, wie wohlhabend und bedeutend Xanten einst war.

Altstadt und die Sehenswürdigkeiten von Xanten

Eine Reise nach Xanten lohnt sich schon wegen der charmanten Altstadt, denn die kleine Stadt hat mir sehr gefallen. Wie schon erwähnt, es gibt hier sehr viel interessanten Einzelhandel jenseits der Ketten, ein Antiquariat und Antikgeschäfte, kleine Cafés und viele alte Häuser. Die ältesten Häuser stammen aus der Zeit der Gotik und sind einmalig in dieser Form. In Xanten lohnt es sich, eine Stadtführung zu machen, es werden häufig z. B. Kostümführungen angeboten. Ein Teil der alten Stadtmauer mit imposanten Toren ist noch erhalten und trägt zum mittelalterlichen Ambiente der Stadt bei. Schon ein Spaziergang durch die schmalen Straßen macht Spaß.

Xantener Dom St. Viktor

Ich entdecke immer wieder Städte, die sich mit einem Dom schmücken, obwohl sie nie ein Bischofssitz waren. Auch der Xantener Dom ist, wenn man es genau nimmt, kein Dom. Seit 1937 ist es aber eine Basilika. Wenn man die Größe und die prachtvolle Ausstattung berücksichtigt, kann St. Viktor mit jedem Dom konkurrieren und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Xanten. Die Kirche ist im gotischen Stil erbaut, die ältesten Teile stammen aber aus der Zeit der Romanik. Der Name der Kirche hat etwas mit den Römern zu tun, denn der Heilige Viktor war ursprünglich ein römischer Legionär. Seine Legion hat sich angeblich geweigert, römischen Göttern zu huldigen, daher wurden alle Soldaten hingerichtet und in nahem Sumpf ertränkt. Kaiserin Helena, die Mutter von Konstantin, soll einige Jahrhunderte später die Gebeine der Soldaten wieder exhumiert haben. Seit dem wird der Heilige Viktor als Märtyrer verehrt. Die erste christliche Kirche in Xanten soll über der Grabstätte des Heiligen Viktor und der anderen Soldaten erbaut worden sein.

Das Innere der Kirche ist ein Meisterwerk der Gotik. Besonders sehenswert ist der goldene Renaissancealtar mit dem Schrein des Heiligen Viktor. In den Seitenschiffen werden 24 weitere Altäre aus dem 15. und 16. Jahrhundert ausgestellt, so eine Altarinflation habe ich noch nie in einer Kirche gesehen. In der Krypta der Kirche wird das Grab von St. Viktor vermutet. Heute befindet sich in der Krypta eine Erinnerung an die christlichen Märtyrer der Nazi-Zeit. Einmalige Atmosphäre hat der Kreuzgang, denn die Kirche St. Viktor war einst die Stiftskirche des Chorherrenstifts Xanten.

Stiftsmuseum Xanten

Der Chorherrenstift ist seit 1802 aufgelöst, an die wohlhabende Zeit erinnert heute noch das Stiftsmuseum. Das Museum ist klein, man kann aber einige sehr interessante Exponate dort bewundern. In das Stiftsmuseum Xanten bin ich reingegangen, weil ich unbedingt die Stiftsbibliothek mit 13.000 alten Büchern und 450 Inkunabeln sehen wollte, doch die Bibliothek ist leider nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Man findet dort z. B. eine mittelalterliche Ausgabe vom Till Eulenspiegel oder das Original von „Cautio Criminalis“ von Friedrich von Spee – der Gegendarstellung zum „Hexenhammer“. Dennoch hat sich der Blick in das Museum gelohnt, denn einige Inkunabeln, das sind die handgeschriebenen und handgemalten Bücher, werden im Museum ausgestellt. Der Stift Xanten war ein Zentrum der klösterlichen Buchkunst, entsprechend prachtvoll sind einige der gemalten Exemplare. Ein weiteres Highlight war ein Umhang von Bernhard von Clairvaux, dem Gründer des Zisterzienserordens.

Gemütliches Café in Xanten – Café Glüxpilz

Nach dem Besuch des Domes und des Museums brauche ich erstmal eine Kaffeepause. Dafür wähle ich das Café Glüxpilz, ein kleines aber sehr liebevoll-individuelles Café mit selbstgemachten Speisen, selbstgebackenem Kuchen und einer guten Teeauswahl. Hier ist nicht nur alles selbst gemacht, sondern auch aus vorwiegend regionalen Zutaten, aber vor allem ist der Laden einfach sympathisch.

Café Glüxpilz
Marsstraße 29
46509 Xanten

Siegfriedmuseum Xanten

Nach dem Café ging es für uns in das nächste Museum, ins Siegfriedmuseum. Siegfried aus der Nibelungensage stammt aus Xanten. Auch wenn Siegfried eine Sagengestalt ist, ist ihm in Xanten ein Museum gewidmet. Das Museum thematisiert die Nibelungensage, den Inhalt, die Herkunft, die Abwandlungen in anderen Mythologien und die Umsetzung in späteren Epochen. Ich bin ein großer Fan der Nibelungen, ich glaube, mit 11 Jahren habe ich das erste Buch über Kriemhild gelesen. Daher ist das Siegfriedmuseum eine Top Sehenswürdigkeit von Xanten für mich. Besonders faszinierend fand ich die geschichtlichen Ursprünge der Nibelungensage, denn das was in den Legenden erzählt wird, ist tatsächlich so ähnlich passiert. Spannend fand ich auch die Abwandlungen der Legende in anderen Sagen, z. B. in der nordischen Edda.

Kriemhildmühle

Zwei Mühlen gibt es in Xanten, die Kriemhildmühle kann besucht und bestiegen werden. Mit Kriemhild aus der Nibelungensage hat die Mühle nicht zu tun, lediglich der Name erinnert an die Sagengestalt. Im unteren Geschoss findet man einen kleinen Bio- und Regionalladen mit sehr gutem Kaffee und das obere Stockwerk hat ein kleines Mühlenmuseum mit sehr schöner Aussicht. Nach diesem Sightseeing ist für ich schon der Abend angebrochen, daher folgt nun die Genussempfehlung.

Restaurantempfehlung für Xanten – Restaurant Vittorio*

Das Restaurant und die Hotelempfehlung hängen zusammen, denn das Vittorio ist das Hotelrestaurant des Hotels Van Bebber. Natürlich kann aber jeder Besucher von Xanten im Vittorio essen gehen, denn das Restaurant ist für alle geöffnet und wird von den Xantenern sehr gerne genutzt. Am Wochenende solltet Ihr unbedingt einen Tisch reservieren. Das Restaurant Vittorio bietet gehobene italienische Küche mit hervorragender Weinauswahl. Die köstlichen Speisen kann man in sehr stilvoller Umgebung genießen, denn der Gast hat die Wahl zwischen zwei Räumen, einem Fürstenzimmer mit antiker Einrichtung und einem modernen Raum mit einem der längsten Weinregale Deutschlands.

Gutes Hotel in Xanten – Hotel Van Bebber*

Während meines Aufenthaltes habe ich nicht nur im Hotelrestaurant gegessen, sondern auch im Van Bebber in der Altstadt von Xanten übernachtet. Das stilvolle Hotel beherbergt schon seit mehr als 200 Jahren illustre Gäste. Schon Napoleon, Queen Victoria oder Angela Merkel haben hier übernachtet. Mir gefällt der Mix aus Moderne und antiken Möbeln sehr, das Hotel ist exklusiv und geschmackvoll.

Doch über das Hotel und das Restaurant habe ich schon einen Artikel geschrieben, hier könnt Ihr mehr über das Hotel Van Bebber und das Restaurant Vittorio lesen.

Römermuseum und archäologischer Park

Mein nächster Tag war ganz den Römern gewidmet. Xanten ist vor allem für die Römer bekannt, daher ist das Römermuseum mit dem archäologischen Park vermutlich die wichtigste und bekannteste Sehenswürdigkeit von Xanten. Das Museum mit dem weitläufigen Park ist so groß, dass der Besucher den ganzen Tag dort verbringen kann. Das LVR-Römermuseum ist ein sehr interessant gestaltetes Museum, denn das Leben in einer römischen Stadt wird hier lebensnah und mit allen Facetten geschildert. Sammlungen der Antike finde ich manchmal etwas unnahbar, denn wenn man nur eine Sammlung von Scherben und Steinen anschauen kann, bin ich schnell gelangweilt. Dieses Museum ist anders, denn anhand der Exponate wird der Besucher in die römische Vergangenheit von Xanten entführt. Für mich waren die Themen Bildung, Kleidung und Schmuck sehr interessant. Fasziniert hat mich auch die Tatsache, dass die römische Stadt schon vor 2000 Jahren unglaublich multikulturell war und dass dort nicht nur römische Soldaten mit Familien lebten, sondern germanische oder angelsächsische Handwerker, gallische Händler oder jüdische Gelehrte. Sehr spannend fand ich auch die vielen verschiedenen Götter und Kulte, von denen einige bis zum Mittelalter überdauert haben. Auf dem Gelände des archäologischen Parks findet man rekonstruierte Bauwerke aus der römischen Epoche, z. B. einen Tempel, eine Arena oder eine römische Taverne, wo Speisen nach römischen Rezepten angeboten werden. Leider war die Taverne wegen der Corona-Beschränkungen geschlossen.

Ausflugstipps in der Nähe von Xanten

In der Umgebung von Xanten gibt es bestimmt sehr viel mehr zu entdecken, ich habe aber zwei aus meiner Sicht besonders sehenswerte Tipps für den Niederrhein. Sehr gefallen hat mir das Schloss Moyland mit der Ausstellung um Joseph Beuys und der Wallfahrtsort Kevelaer. Beide Ausflugsziele sind nur etwa 20 Km von Xanten entfernt und mit dem PKW weniger als einer halben Stunde erreichbar.

Der Wallfahrtsort Kevelaer

Als ich einen Ausflug nach Kevelaer geplant habe, habe ich erwartet, dass ich weniger als eine Stunde in der Stadt verbringen werde. Ich dachte, dass außer einer Kirche, hier nicht mehr zu sehen ist. Wie habe ich mich geirrt, denn in Kevelaer gibt es nicht nur eine Kirche, sondern eine ganze Fülle an interessanten Kirchen und Kappeln. Wie schon in Xanten, hat auch Kevelaer eine sehr schöne Altstadt mit einer unglaublichen Fülle an Schuhgeschäften. Die Dichte von Schuhgeschäften in Kevelaer ist absolut einmalig.

Die Kirchen und Kapellen in Kevelaer

Die Kirchen und Kapellen sind natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kevelaer, denn die Stadt ist seit 350 Jahren einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte in Deutschland. Atemberaubend schön ist die Marienbasilika, die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Es ist ein Meisterwerk des kitschigen Historismus, ich mag opulente Innenausmalung sehr. Wie auch die Kapelle des Schlosses Sayn am Mittelrhein, ist auch die Marienbasilika nach dem Vorbild von Sainte Chapelle, der Palastkapelle von Paris, gestaltet. Rund um die Marienbasilika findet man mehrere alte und sehenswerte Kapellen. Besonders prachtvoll ist die Gnadenkapelle mit dem ganz kleinen Gnadenbild der Maria. Die Kapelle stammt zwar aus der Barockzeit, im Innern erkennt man aber den Stil des 19. Jahrhunderts mit orthodoxen Elementen. Eine orthodoxe Kapelle, die Johanneskapelle befindet sich aber auch nur wenige Meter weiter. Die älteste Kapelle von Kevelaer ist die Kerzenkapelle, die direkt neben der Marienbasilika liegt. Dort ist eine Fülle verschiedener Wallfahrtskerzen, Wappen und Wimpel ausgestellt. Bei der Fülle an Prunk, Gold und Farben ist die Beichtkapelle schon fast schlicht. Dort findet man neben historischen Beichtstühlen auch Reliquienschreine einiger bekannter Heiliger. Wenn Ihr noch etwas Zeit habt, am anderen Ende der Innenstadt befindet sich die katholische Kirche St. Antonius. Besonders hier ist der neogotische Stil mit Art Deco-Elementen und zum Teil schaurigen Kirchenfenstern.

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Das Innere der Marienbasilika von Kevelaer ist unglaublich prachtvoll, die Kirche erstrahlt von Gold und bunten Farben.

Schloss Moyland mit Kunstmuseum

Die Kunst von Josef Beuys spricht vermutlich nicht jeden an, daher wird nicht jeder das Kunstmuseum im Schloss Moyland besuchen. Doch das Schloss im Stil der Neogotik ist eine Augenweide und der Schlosspark mit einigen Skulpturen ist zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Erbaut wurde das Schloss Mitte des 14. Jahrhundert, doch im Laufe der Jahrhunderte wurde es aus- und umgebaut. Das heutige Schloss verdankt sein Erscheinungsbild der Mode der Gotik. Das Museum im Innern widmet sich vor allem dem Werk von Joseph Beuys, der auch vom Niederrhein stammt. Doch man kann nicht nur Beuys dort entdecken, denn das Museum zeigt die Sammlung der Brüder van der Grinten, die vor allem moderne und zeitgenössische Kunst gesammelt haben.

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Das Schloss Moyland ist ein Highlight der Sehenswürdigkeiten am Niederrhein, nicht nur für Fans moderner Kunst.

Mehr Ausflugstipps für den Niederrhein

Wenn Ihr mehr Ausflugsziele für den Niederrhein sucht, dann solltet Ihr bei Anja von Travel on Toast vorbeischauen, sie hat eine Fülle verschiedener Ausflugstipps für den Niederrhein gesammelt.

Wer lieber ein Buch in der Hand hält, dem empfehle ich das Buch „52 kleine und große Eskapaden am Niederrhein“ von Jutta M. Ingala** (Link zu Amazon).

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* Die Übernachtung und das Dinner im Hotel Van Bebber waren gesponsert.

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Erstellt am November 12, 2021

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