Besucht Ihr auch so gerne Museen? Für mich gehören Museumsbesuche zu jeder Reise dazu. Ich liebe Kunst, ich liebe Geschichte, daher habe ich bei meinem letzten Ausflug nach München vor allem die Museen erkundet. Die Pinakotheken in München sind bekannt und vermutlich besucht jeder kunstinteressierte Tourist zuerst diese Museen. Es gibt Es gibt drei Pinakotheken, die Alte Pinakothek, die Neue Pinakothek und die Pinakothek der Moderne. Damit kann man eine Reise füllen. Ich möchte Euch aber nicht die Pinakotheken vorstellen, sondern weniger bekannte Museen in München, welche mich besonders beeindruckt haben. Die Münchner Museen sind abwechslungsreich, daher sollte man sie nicht nur beim schlechten Wetter entdecken. Ich hoffe, dass einige der Ausstellungen in München auch für Euch interessant sind.

Sehenswerte Museen in München, Tipps für München, Antike in München, Glyptothek
Ein schöner Rücken kann auch entzücken – die Antike in der Glyptothek zeigt viel nackte Haut.

Lenbachhaus – wechselnde Ausstellungen im Künstlerhaus

Beim Namen kann man es erahnen, dass es sich bei diesem Museum in München um das ehemalige Wohnhaus des Malers Franz von Lenbach handelt. Neben den privaten Wohnräumen des Künstlers, die alleine schon absolut sehenswert sind, gibt es im Lenbachhaus eine Vielzahl interessanter Ausstellungen. Der Schwerpunkt ist die Moderne Kunst, vorwiegend Expressionismus und der „Blaue Reiter“. Als ich dort war, haben mich zwei Ausstellungen besonders beeindruckt. Eine Ausstellug über die Reisen von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, welche riesigen Einfluss auf ihre Kunst hatten. Da ich Reisen selbst sehr liebe, haben mir die bunten und vielseitigen Reiseimpressionen besondere Freude gemacht. Großartig war auch die Ausstellung über internationale Künstlerkollektive, denn japanische oder argentinische, indische oder afrikanische Kunst bekommt man nicht allzu oft zu sehen. Als ich dort war, wurde auch Beuys gezeigt, diese Ausstellung habe ich mir nicht angesehen. Denn in NRW wird derzeit der 100-ste Geburtstag von Beuys so zelebriert, so dass ich etwas overbeuyst bin.

Lenbachhaus
Luisenstraße 33, 80333 München
Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 10:00-18:00 Uhr, Donnerstag bis 20:00 Uhr
Eintritt: 10 €, ermäßigt 5 €

Glyptothek – Antike in München

Direkt gegenüber vom Lenbachhaus findet man die Glyptothek. Doch was ist die Glyptothek? Es ist ein Museum, welches sich nur antiken Skulpturen widmet, sogar das einzige der Welt. Die Antikensammlung ist Münchens ältestes Museum. Der Bayerische König Ludwig I. hat als junger Mann angefangen antike Exponate zu sammeln. Diese Sammlung hat er für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, denn er wollte sie den Menschen zeigen. In Rom ist er zum ersten Mal einem Museum begegnet und so ein Museum wollte er auch in München haben. Im 19. Jahrhundert war es etwas völlig Neues.

Gezeigt werden in der Glyptothek Werke der griechischen und römischen Antike. Einst beinhaltete die Sammlung auch zahlreiche assyrische Werke, doch diese sind nicht mehr erhalten. All diese antiken Figuren waren früher farbig angemalt, nicht weiß, wie wir sie heute kennen. Spannend fand ich es zu erfahren, dass die Römer sehr oft die Griechen kopiert haben, denn die Kunst der Griechen was schon für die Römer Perfektion.

Die Skulpturen sind chronologisch angeordnet, am Beginn der Ausstellung sieht man frühgriechische Werke, bei denen stark der ägyptische Einfluss sichtbar ist. Die Körper sind gerade, fast steif, Bewegung ist kaum sichtbar. Dann kommen die muskulösen und sportlichen jungen Männer. Während der athletische wenig bekleidete junge Mann das Lieblingsmotiv der Griechen war, wurden Frauen immer nur reich bekleidet dargestellt. Erst ab dem Ende des 4. Jahrhunderts wurden auch Frauen nackt dargestellt. In der Glyptothek kann man die erste lebensgroße Darstellung einer nackten Frau in der Kunstgeschichte sehen oder zumindest eine Kopie davon. Es war damals ein Skandal, jedoch nicht weil die Frau nackt war, sondern weil die Göttin Aphrodite unbekleidet dargestellt wurde und so sollte man eine Göttin nun wirklich nicht sehen. Die Aphrodite von Knidos war von 2500 Jahren schon ein Touristenmagnet, Menschen haben lange Reisen auf sich genommen, um sie zu sehen.

Das Highlight der Sammlung ist eine andere unbekleidete Figur, ein lasziv schlummernder Mann, dessen Geschlechtsteile eindeutig im Mittelpunkt stehen. Wenn man genau hinschaut, ist dieser gut gebaute Jüngling kein Mann, sondern ein Fabelwesen, ein Faun. Erst wenn man ihn von hinten betrachtet, sieht man, dass er einen Pferdeschwanz hat. Auch seine Augenbrauen sind überdurchschnittlich kräftig und buschig. Am Faun bleibt bestimmt jeder Besucher etwas länger stehen.

Glyptothek
Königsplatz 3, 80333 München
Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr, Donnerstag bis 20:00 Uhr
Eintritt für Glyptothek und Antike am Königsplatz zusammen: 6 €/ermäßigt 4 €

Villa Stuck – Symbolismus der Königsklasse

Der Künstler Franz von Stuck gehörte zu den angesehensten Künstlern seiner Zeit, er war ein Meister der Symbolismus und des Jugendstils und gehört zu meinen liebsten Malern.

Seine Villa im Münchner Jugendstil-Viertel Bogenhausen hat Franz von Stuck selbst entworfen und gestaltet. Es ist ein Gesamtkunstwerk. Die Villa ist wunderschön, opulent und verrückt. Während von Außen die Villa Jugendstil und Antike verbindet, sind die Innenräume antik-orientalisch geschmückt, mit Golddekor, antiken Statuen und Mosaiken. Auch die Möbel sind von Stuck entworfen und damit einzigartig. Der Mix aus Luxus und Exotik ist unglaublich prachtvoll. Natürlich begegnet man überall den Werken von Franz von Stuck. Das bekannteste Werk von Stuck „Die Sünde“ wird im ersten Stock, in einem großen Festsaal gezeigt. Als ich den Raum betreten hab, war ich einen Moment sprachlos, denn „Die Sünde“ wird auf einem altarähnlichen Podest präsentiert und dominiert den ganzen Raum. Falls Ihr Euch wundert, dass „Die Sünde“ in verschiedenen Museen auftaucht, Stuck hat mehrere Versionen des Gemäldes gemalt. Derzeit sind in der Villa Stuck zwei davon zu sehen, denn die Neue Pinakothek wird saniert und die Werke werden in verschiedenen anderen Museen gezeigt. Heute kann man in der Villa Stuck die Wohnräume des Malers bewundern, aber auch wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler.

Villa Stuck
Prinzregentenstraße 60, 81675 München
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 11.00-18.00 Uhr; jeder erste Freitag im Monat auch abends 18.00-22.00 Uhr – dann ist der Eintritt frei.

Sammlung Schack – den Romantikern auf der Spur

Bis dato habe ich nichts von der Sammlung Schack oder von dem Sammler Adolf Friedrich Graf von Schack gehört. Dem Museum habe ich nur Beachtung geschenkt, da ein Teil der Werke aus der Neuen Pinakothek dort gezeigt wird. Was für ein Versäumnis, denn die Sammlung Schack zeigt wunderbare Gemälde der deutschen Spätromantiker. Einige meiner Lieblingsmaler habe ich dort wiederentdeckt. Zu den bekanntesten dort gezeigten Künstlern gehören Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach, Franz von Marées und der oben genannte Franz von Lenbach. Die Gemälde der Romantiker mag ich besonders, weil sie oft Literatur und Märchen aber auch Mythen und Legenden aufgreifen. Manche Bilder erzählen von fernen Ländern und exotischen Begebenheiten, von Reisen.

Doch wer war Adolf Graf von Schack? Adolf Friedrich Graf von Schack (1815-1894) war Jurist und Diplomat, aber vor allem war ein Poet, ein Kunst- und Literaturhistoriker und ein ein Weltreisender, der unglaublich viele ferne Länder erkundet hat. Dazu war von Schack ein begeisterter Kunstsammler, vor allem der Spätromantiker. Mit vielen Künstlern dieser Epoche war er befreundet. Seine Sammlung ist absolut sehenswert, es ist daher mein Geheimtipp der Museen in München.

Sammlung Schack
Prinzregentenstraße 9, 80538 München
Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag 10:00 – 18.00 Uhr; jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bis 20:00 Uhr
Eintritt: 4 €/ermäßigt 3 €, am Sonntag 1 €

Kunsthalle München – Kunst in der Shoppingmeile

Vermutlich hätte ich der Kunsthalle München nicht viel Beachtung geschenkt, denn das Museum ist im Einkaufszentrum FÜNF HÖFE versteckt. Eine Freundin gab mir jedoch den Tipp, dass dort eine Ausstellung über phantastische Kunst aus Belgien gezeigt wird und es war eine absolut sehenswerte Ausstellung. In der Kunsthalle werden nur Sonderausstellungen gezeigt. Die Ausstellung „Phantastisch Real – Belgische Moderne von Ensor bis Magritte“ über belgische Kunst des 19. und 20 Jahrhunderts kann man bis 06.03.2022 sehen. Danach kommt eine Ausstellung über Polnischen Symbolismus um 1900, die ich auch unglaublich gerne sehen würde. Die Kunsthalle ist Spitzenklasse unter den Museen in München. Als ich dort war, war die Wartezeit am Eingang sehr lang.

Kunsthalle München
Theatinerstraße 8, 80333 München
Öffnungszeiten: Derzeit wechselnd, da lohnt sich ein Blick auf die Webseite.
Eintritt: 15 €, unterschiedliche Ermäßigungen sind möglich

Residenz München – Pracht und Prunk wohin man hinschaut

In meinem Artikel darf ein Schloss nicht fehlen. Keine 5 Minuten von der Kunsthalle München befindet sich die Residenz München, das Residenzschloss der Bayerischen Könige. Mehr als 4 Jahrhunderte war die Residenz das Hauptschloss der Wittelsbacher, entsprechend prunkvoll ist die Ausstattung der Räume. Der Palast ist riesig, so groß, dass bei einer Tour nicht alle Räume gezeigt werden. Beim Einlass am Vormittag wird eine Hälfte der Räume präsentiert, am Nachmittag wiederum die zweite Hälfte. Erbaut wurde die Residenz Anfang des 16. Jahrhunderts durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern. Mitte des 17. Jahrhunderts ließ Herzog Maximilian I. von Bayern die Residenz an- und umbauen zu einem deutlich prunkvollerem Gebäude. Die Prunk- und Privatgemächer sind im Stil des Barocks und Rokoko bis zum Klassizismus und Empire gestaltet. Ich besuche viele Schlösser, doch hier ging ich durch die Räume und staunte über den Pracht. In der Residenz sieht man, dass die Wittelsbacher zu den reichsten und wichtigsten Adelsgeschlechtern in Europa zählten. Unbedingt anschauen sollte man auch das prachtvolle Cuvilliés-Theater, nach den Entwürfen des Architekten François Cuvilliés. Es befindet sich auf dem Gelände der Residenz und ist wahrhaft königlich. Sehr gerne hätte ich auch die Schatzkammer gesehen, doch diese war gerade geschlossen. Voraussichtlich wird sie ab April 2022 wieder zugänglich sein.

Residenz München
Residenzstraße 1, 80333 München
Öffnungszeiten: im Sommer täglich 10:00-18.00 Uhr, im Winter täglich 10:00-17:00 Uhr
Eintritt: 9 €, ermäßigt 8 €

So viel Prunk und Glitzer findet man selten an einem Ort – die Münchner Residenz ist unglaublich.

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Mehr Tipps für München

Franzi von Coconut-Sports hat einige Tipps für München bei Regen und schlechtem Wetter gesammelt. Als ich in München war, war das Wetter auch sehr verregnet, daher habe ich die vielen Museen besucht.

Antje von Weltenkundler zeigt Euch München von der königlichen Seite.

Eher unbekannte Ausflugsziele in München zeigen Euch Marie-Therese und Andreas von Hier wohnt das Glück.

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Erstellt am Februar 20, 2022

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Eine Antwort zu “Prachtvoll bis geheimnisvoll – Die schönsten Museen in München”

  1. Business Center München sagt:

    Ein sehr informativer Artikel über die Museen unserer Stadt. . Danke, dass du so interessante Orte zeigst. Wir empfehlen den Besuch des Bayerisches Nationalmuseum.

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