Dublin, die Hauptstadt Irlands ist voll mit gemütlichen Pubs, das haben auch die irischen Schriftsteller gewusst. Viele der Schriftsteller waren nicht nur genial, sondern auch versoffen, wobei das vielleicht bei dem einen oder anderen Schriftsteller zusammen hängt. Vier Literaturnobelpreisträger stammen aus Dublin, daher wurde Dublin zur UNESCO-Literaturstadt ernannt.
Alleine Dublin hat über 800 Pubs, die Auswahl ist wirklich groß. Warum dann nicht mal auf den Spuren der irischen Schriftsteller wandeln? Begebt Euch mir mir auf eine ganz besondere Pub-Tour und trinkt ein Pint auf Simon Beckett, James Joyce oder Bram Stoker.

 

  • Palace Bar, 21 Fleet Street 
Ein original viktorianischer Pub mitten in Dublins “Vergnügungsviertel”, Flann O’Brian, Brendan Behan und Paddy Kavanagh sind hier schon eingekehrt. Übrigens findet man hier die größte Auswahl irischer Whiskeys in ganz Dublin. Der für einen Pub etwas ungewöhnliche Name verrät es schon, die “Palace Bar” war früher ein Gin-Palast. Dass diese Kneipe sich zu keinem Treffpunkt für Literaten und Intelektuelle entwickelte, hat sie Robert Smyllie zu verdanken, dem Herausgeber der Irish Times in den 30-ern. Er war Stammgast des Pubs und organisierte hier literarische Runden.

 

 

  • Toner’s, 139 Lower Baggot Street 
Toner’s Pub ist eins der ältersten Pubs in Dublin, seit 1818 ist dort schon eine Kneipe. Von allen Pubs hat mir dieses hier am meisten gefallen, die Einrichtung ist so nostaltisch. Auch Bram Stoker, der Autor von “Dracula” wusste, wo es schön ist, denn schon er hat hier gerne seine Zeit verbracht, sein Bruder wohnte unweit dieses Pubs. Auch der Dichter William Butler Yeats kam häufiger auf einen Sherry vorbei, obwohl er kein Freund von Pubs war.
  •  Davy Byrne’s, 21 Duke Street
Leopold Bloom, die Hauptperson von “Ulysses”, genoss in diesem Pub Gorgonzola-Cheese-Sandwitches mit einem Glas Burgunder, daher ist dieser Pub bis heute eine Anlaufstelle für alle Fans von James Joyce.
Joyce war mir dem damaligen Besitzer Davy Byrne befreundet, daher Stammgast hier. Angeblich ist hier auch die Idee entstanden, den Bloomsday zu feiern. Zu weiteren berühmten Besuchern des Pubs zählen Samuel Beckett, Patrick Kavanagh und Brendan Behan.

 

“Er betrat Davy Byrne’s Wirtschaft. Anständiges Lokal. Er schwatzt nicht, gibt hin und wieder ein Glas aus. Sandwich, Schinken und alles was damit zusammenhängt in Reih’ und Glied.” 
James Joyce “Ulysses” 

 

  • The Duke, 9 Duke Street
Der für mich berühmteste Stammgast dieses Pubs ist Bono von U2, bevor er berühmt wurde, war er regelmäßig zu Gast in dieser Location. Einige Schriftstellernamen werden bei jedem Pub genannt, diese Autoren waren wohl in allen Lokalen häufiger zu Gast, so z. B. James Joyce, Arthur Griffith, Brendan Behan, Flann O’Brian und Paddy Kavanagh.

  • McDaids, 3 Harry Street

Dieser Pub war der Treffpunkt der Nachkriegs-Schriftsteller. Brendan Behan, der rebellische Schriftsteller verbrachte viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. Sobald er entlassen wurde, besuchte er angeblich als erstes immer diesen Pub. Patrick Kavanagh begann seinen Tag angeblich mit einem Besuch in dem Pub, da in der Nähe viele Wettbüros für Pferderennen waren. Nach dem Pub-Besuch führte sein Weg zu einer Pferderennbahn. Nicht nur Literaten sollen hier Erwähnung finden, der deutsche Physiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger (der von Schrödingers Katze) hat während seiner Zeit in Dublin häufiger hier seine Abende verbracht und diskutierte mit allen Anwesenden über Quantenmechanik, egal ob es seine Gesprächspartner interessiert hat oder nicht.

Wer gute Englischkenntnisse hat, kann eine geführte literarische Kneipentour machen. Die Führung machen Schauspieler – so kann man Literaturgenuss mit einem Pint Ale oder Stout verbinden.

…und nun Cheers!

Erstellt am Mai 18, 2014
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Kategorien: Alles Andere


5 Antworten zu “Eine literarische Kneipentour durch Dublin”

  1. Da sieht ja einer gemütlicher und einladender aus als der andere.
    Habt ihr denn so eine geführte literarische Kneipentour gemacht oder seid ihr auf eigene Faust losgezogen?
    Also falls ich irgendwann mal in Dublin bin, werde ich bestimmt auch in dem ein oder anderen Pub versacken 😉

    Liebe Grüße 🙂

  2. Hallo Maegwin,
    hoch interessanter Post ! Wir hatten am 1. Mai an einer Führung durch das frühere Bonner Regierungsviertel teilgenommen. Da hatte die Führerin auch über Kneipen erzählt, in denen die Politiker – und auch die Presseleute – verkehrten. Hast Du klasse gemacht, Poesie und Literatur mit Kneipen zu verbinden.

    Gruß Dieter

  3. Maegwin sagt:

    Wir sind auf eigene Faust losgezogen, aber so eine Tour soll ziemlich gut sein, auch wenn ich nicht sicher bin, ob meine Englischkenntnisse dafür reichen.

  4. OktoberKind sagt:

    Hach, diesen Guide hätte ich letztes Jahr gebrauchen können… Da wussten wir nicht so recht, was wir in Dublin gezielt anfangen sollen… 😀

    LG, OktoberKind 🙂

  5. Annie sagt:

    Ich glaube neben Schottland muss ich jetzt auch unbedingt mal nach Irland. Ich gebe zu: Wollte ich auch vorher, aber jetzt will ich noch mehr. Ich find kleine Pubs einfach super und diese hier sehen ja mehr als gemütlich aus. Dazu noch ein bisschen Literatur. Vielleicht stell ich die Englisch-Kenntnisse dann mal wieder auf die Probe.

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