Der Teutoburger Wald in Ostwestfalen (OWL) ist ein wahres Paradies für Naturfreunde. Besonders die Region rund um Oerlinghausen, eingebettet zwischen Bielefeld und Detmold, bietet abwechslungsreiche Routen. Ein Highlight für einen entspannten Sonntagnachmittag ist der etwa 8 Kilometer lange Rundweg am Tönsberg, der Naturgenuss mit spannenden historischen Entdeckungen verbindet. Neben traumhaften Ausblicken findet Ihr hier eine alte Kapellenruine, Hünengräber, Überreste einer alten Siedlung und schottische Hochlandrinder.

Wandern im Teutoburger Wald, Wandern bei Oerlinghausen, Wandern in Ostwestfalen
Die Ausblicke auf den Teuto sind immer wieder schön.

Rundweg Tönsberg & Wistinghauser Senne: Die Route im Überblick

Wer im Teutoburger Wald wandern möchte, sucht oft die Kombination aus Ruhe und Erlebnis. Der Wanderweg A5 (Start: Wanderparkplätze an der Straße „Unter der Howe“) führt durch die malerische Wistinghauser Senne.

  • Länge: ca. 7 km
  • Dauer: 2 bis 2,5 Stunden
  • Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer
  • Highlights: Hünenkapelle, schottische Hochlandrinder, historische Wallanlagen.

Rundweg am Tönsberg – Wandern im Teutoburger Wald

Um den Tönsberg bei Oerlinghausen gibt es mehrere Wanderwege. Ich habe einen Rundweg von ca. 7 Km durch die Wistinghauser Senne gewählt, das ist genau richtig für einen Sonntag Nachmittag. Der Weg bietet viel Wald und schöne Ausblicke auf den Teutoburger Wald. Aber neben dem Naturgenuss ist es für mich auch immer wichtig, dass ich etwas nicht Alltägliches entdecken kann. Sagenhafte und geheimnisvolle Orte oder historische Stätten zählen für mich zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten. Aber auch Tiergehege besuche ich gerne, denn Begegnungen mit Wildtieren sind kleine Highlights. In der Gegend um Oerlinghausen gibt es beides. 

Die Hünenkapelle: Ein mystischer Ort in Ostwestfalen

Ein absolutes Highlight am Tönsberg ist die Hünenkapelle. Die heute sichtbaren Ruinen stammen aus dem 15. Jahrhundert, doch die Geschichte des Ortes reicht viel weiter zurück.

Auf den Spuren von Karl dem Großen

Legenden besagen, dass bereits im Frühmittelalter eine Kapelle an dieser Stelle stand – beauftragt durch Karl den Großen höchstpersönlich. Man vermutet, dass hier einst die Irminsul stand, ein bedeutendes sächsisches Heiligtum. Da christliche Kirchen oft auf ehemaligen heidnischen Kultstätten errichtet wurden, umweht die Kapelle bis heute eine geheimnisvolle Aura.

Die Ruine liegt zudem innerhalb einer vorrömischen Ringwallanlage (Sachsenlager) aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, sollte das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen besuchen.

Hünenkapelle, Ruine im Teutoburger Wald, Kirchenruine in Ostwestfalen
Obwohl die Kapelle aus dem 15. Jahrhundert stammt, wurde sie auf einem sehr alten sächsichen Siedlungsgebiet erbaut.

Highland-Feeling in OWL: Exmoor-Ponys und Hochlandrinder

Ein Kontrast zum dichten Wald bietet die Heidelandschaft der Senne. Hier treffen Wanderer auf ein besonderes Naturschutzprojekt:

  • Schottische Hochlandrinder: Die zotteligen Tiere sorgen dafür, dass die Heide nicht verbuscht.
  • Exmoor-Ponys: Zusammen mit den Rindern prägen sie das Bild der halboffenen Weidelandschaft.

Für Schottland-Fans ist dieser Abschnitt ein echtes Muss – die Kombination aus sanften Hügeln, Ruinen und Weidetieren weckt sofort Urlaubsgefühle.

Hochland Rinder im Teutoburger Wald, Exmoor Ponies in Ostwestfalen
Die zotteligen Kühe und Ponies sind ein Besuchermagnet am Tönsberg

Versunkene Geschichte: Die Wistinghauser Senne

Entlang des Weges stößt man auf Überreste einer Siedlung aus dem 17. Jahrhundert. Es ist kaum vorstellbar, dass diese heute karge Landschaft einst bewohnt war. Durch massive Rodungen entstanden Wanderdünen, die die Menschen schließlich zur Flucht zwangen. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Senne wieder aufgeforstet, wodurch die heutige, einzigartige Kulturlandschaft entstand.

Wandern im Teutoburger Wald, Wanderwege Ostwestfalen, Ruinen einer Siedlung
Ruinen einer Siedlung aus dem 17. Jahrhundert

Fazit und Eckdaten

Eine Wanderung bei Oerlinghausen lohnt sich sehr. Der Rundweg um den Tönsberg ist ideal für alle, die eine geschichtsträchtige Wanderung in Ostwestfalen suchen. Auch wenn die Hünengräber für Laien oft schwer zu entdecken sind, bieten die Aussichtspunkte und die Hünenkapelle genug „Augenfutter“.

Tipp: Parken Sie am Wanderparkplatz „Unter der Howe“ oder „Welschenweg„. Der Weg ist gut ausgeschildert und auch für Gelegenheitswanderer problemlos machbar.

Mehr Wandertipps für Ostwestfalen:

Wandern zu mystischen Stätten im Eggegebirge
Wanderung zu Steinkammergräbern bei Paderborn
Wandern bei Willebadessen
Wandern im Großen Moor bei Lübbecke

Quellen zum heutigen Artikel

Wikipedia: Hünenkapelle Oerlinghausen
Land des Hermann: Aktiv unterwegs

Erstellt am April 27, 2026

Ähnliche Posts


4 Kommentare zu “Wandern im Teutoburger Wald: Rundweg am Tönsberg bei Oerlinghausen”

  1. Anette sagt:

    Der Weg wär was für mich! 🙂

  2. Shadownlight sagt:

    Der Wald ist und bleibt ein Prachtstück!
    Komm gut in die neue Woche!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert