*Pressereise*
Viele Besucher von Schwerin bleiben nur in der Stadt, was verständlich ist, denn die Landeshauptstadt bietet so vielseitige Sehenswürdigkeiten für jeden. Doch wenn man mehr als ein Tag Zeit für die Entdeckungen hat, lohnt es sich auch, das Schweriner Umland zu erkunden, denn auch hier gibt es eine große Auswahl sehenswerter Orte und individueller Einkehrmöglichkeiten für die ganze Familie. Wie wäre es mit einer Fahrradtour entlang der Seen und Wälder? Die Gegend um Schwerin ist sehr flach, lädt daher zu ausgiebigen Fahrradtouren ein. Heute zeige ich Euch einige Ausflugsziele bei Schwerin, die ganz wunderbar mit dem Fahrrad entdeckt werden können. 

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Die vielen Seen im Schweriner Umland laden zum Picknick ein.

Schloss Wiligrad

Ein Schloss kommt bei mir natürlich an erster Stelle. Das Schloss Wiligrad ist so schön, dass es zu den Top-Sehenswürdigkeiten bei Schwerin zählt. Es ist ein echter Geheimtipp, denn der Sitz des letzten Herzogs von Mecklenburg ist nicht nur sehr prunkvoll, es liegt auch absolut malerisch am steilen Ufer des Schweriner Sees. Dennoch finden nicht viele Besucher hierher, es ist ein angenehmer Gegensatz zum überlaufenen Schweriner Schloss. Der Name Wiligrad kommt aus den slawischen Sprachen und bedeutet “Große Burg”

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Das Schloss Wiligrad ist prunkvoll und malerisch.

Johann Albrecht – der Erbauer von Schloss Wiligrad

Erbaut hat das Schloss Johann Albrecht, Herzog zu Mecklenburg (1857-1920), der Sohn von Friedrich Franz II., dem Erbauer des Schweriner Schlosses. Er war der letzte Großherzog von Mecklenburg, denn 1918 musste er abdanken. 

Während der Führung mit Renate Ruspelt haben wir viele ungewöhnliche Informationen über das Schloss und die ehemaligen Bewohner erfahren. Wie das Schweriner Schloss entstand auch dieses Gebäude in der Zeit des Historismus, es ist an die Renaissance angelehnt. Es wurde in nur 3 Jahren erbaut. Der Herrschaftsflügel ist deutlich prunkvoller, in den Farben weiß und terrakotta. Der Wirtschaftsflügel ist der schlichte Teil des Schlosses und erinnert an die Backstein-Renaissance

Johann Albrecht soll ein sehr volksnaher und beliebter Großherzog gewesen sein, doch er mochte es nicht, wenn Arbeiter über sein Grundstück laufen. Daher ließ er zwischen dem Schloss und dem Maschinenhaus einen unterirdischen Gang bauen und seine Mitarbeiter mussten diesen nutzen. 

Der Herzog war zwei Mal verheiratet, beide Male mit Elisabeth. Seine Erste Frau war Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach, sie verstarb jedoch 1908. Daraufhin heiratete Johann erneut, Elisabeth zu Stolberg-Roßla. Kinder hatte er in keiner der zwei Ehen. 

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Die Renaissance diente als Inspiration hier.

Beide Ehefrauen waren großartige Gesellschaftsdamen, die überregional beliebte Empfänge und Feste veranstalteten. Hochadel aus ganz Europa war damals in Wiligrad zu Gast, z.B. der Bulgarische König Ferdinand I.. 

Vor dem Schloss steht ein Bronze-Löwe, der an den Löwen von Braunschweig erinnert. Natürlich ist dieser dem braunschweiger Original von Heinrich dem Löwen nachempfunden. Johann Albrecht hat ihn als Dank für seine Regentschaft in Braunschweig bekommen. Die Skulptur ist jedoch nur ein Nachguss, denn der erste Löwe verschwand während der DDR-Zeit. Im Schloss kann man heute wechselnde Kunstausstellungen bewundern, derzeit ist es eine Keramik-Ausstellung. 

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Die Ausstellung im Schloss Wiligrad hat einen genialen Blick auf den Schweriner See.

Gartencafé am Schloss Wiligrad

Unbedingt besuchen sollte man das Garten-Café beim Schloss, es befindet sich in der ehemaligen Gärtnerei des Schlosses. Hier ist alles regional und selbst gemacht und absolut köstlich. Die Auswahl der Speisen ist, klein, aber sehr lecker und die Kuchen sind die Krönung, einige Teilnehmer aus meiner Bloggergruppe haben die Mittagsmahlzeit durch Kuchen ersetzt und untereinander geteilt, um mehrere zu probieren. 

Hof Medewege 

Der Hof liegt am direkten Stadtrand von Schwerin und ist ein beliebter Ort für gestresste Großstädter, Bio-Liebhaber und Familien. Auf dem großen Bio-Hof findet man nicht nur einen Laden, der auch einige Produkte aus dem eigenen Anbau verkauft, sondern ein Café mit selbstgebackenen Kuchen, eine Imkerei, eine Gärtnerei und viele Tiere, die nicht nur bei Kindern besonders beliebt sind. Die Ponies, Ziegen, Schafe, Hühner und Kaninchen sind die Stars des Hofes, denn sie sind überraschend wenig ängstlich. 

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Das Haupthaus vom Hof Medewege – mit einem Labyrinth davor

Freilichtmuseum in Schwerin-Mueß

Freilichtmuseen sind immer ganz besondere Orte, die ich sehr gerne und immer wieder besuche. Bei jeder Besichtigung macht man eine kleine Zeitreise. Das Museum in Mueß ist einzigartig, denn es ist eine unveränderte alte Siedlung. Während in anderen Freilichtmuseen die Häuser und Bauwerke erst “zusammen gesammelt” werden müssen, besteht das Museum Mueß aus einem intakten Dorf. Alle Gebäude stehen dort, wo sie schon vor über 300 Jahren gestanden haben

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Im Freilichtmuseum werden nur alte Obst- und Gemüsesorten angebaut.

Die alten Häuser sind umgeben von alten Obstbäumen und blühenden Gärten. Alte Gemüsesorten, fast ausschließlich Sorten aus dem 18. Jahrhundert werden hier angebaut, z. B. Tannenzapfenkartoffeln. Es gibt eine alte Dorfschule, die nicht nur bei Kindern beliebt ist. Erwachsene fühlen sich an ihre Schulzeit erinnert und sitzen begeistert in den kleinen Schulbänken. Früher gab es hier nur eine Klasse, wo alle Kinder unterrichtet wurden. 

An einigen Sonntagen treffen sich freiwillige Mitarbeiter hier und in historischen Kostümen zeigen sie traditionelles Handwerk. Sie kochen und backen verschiedene Leckereien nach alten überlieferten Rezepten. 

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Die bunten Gärten im Freilichtmuseum sind eine Wonne.

Bienenführung im Freilichtmuseum Mues

Sehr fasziniert hat mich die Bienenführung, bei der ich viel über die kleinen fleißigen Insekten erfahren habe. Honig-Liebhaberin bin ich schon lange, doch nach der Führung esse ich Honig mit deutlich mehr Respekt. Ich habe nicht erwartet, dass es möglich ist, das Thema Bienen so so spannend und interessant zu präsentieren. Hier solltet Ihr unbedingt eine Führung mitmachen, denn bei Erkundungen auf eigene Faust erfährt man nicht ansatzweise so viel Interessantes. Ich habe gelernt, dass auch Bienen an Burn-Out leiden, wenn sie zu viel arbeiten müssen. Wenn sie gerade mit dem Anlegen ihrer Vorräte fertig geworden sind, darf man ihnen diese nicht sofort wegnehmen, da sie sonst sofort wieder mit dem Anlegen neuer Vorräte beginnen. Man muss ihnen eine Pause gönnen und dann erst die Waben ernten. Auch zu viele Rapsfelder sind nicht gut für Bienen, denn wenn der Raps verblüht ist, finden Bienen keine Nahrung mehr. 

Bienenführung Freilichtmuseum Schwerin,
Unterschiedlich alte Bienenwaben, die dunkelste ist die älteste Wabe.

Seidenraupenzucht in Mecklenburg

Das Freilichtmuseum hat eine weitere Besonderheit, es ist das einzige Museum mit einer Seidenraupenzucht, sie werden wie in der Vergangenheit gezüchtet. Auch das ist eine alte Tradition, denn seit dem 18. Jahrhundert wurden in Mecklenburg Seidenraupen gezüchtet. Besonders kultiviert wurde die Seidenraupenzucht im II. Weltkrieg, denn Seide wurde für Fallschirme benötigt. Von Hitler gab es einen Erlass, dass alle Schulen Seidenraupenzucht betreiben mussten. Auch später in der DDR wurden bis 1967 die Raupen in Schulen gezüchtet. Das eingenommene Geld wurde für eine Klassenfahrt nach Moskau angesparrt. Auch das habe ich während der Führung erfahren.

Seidenraupenzucht im Freilichmuseum Schwerin

Das waren nur drei Beispiele für Ausflugsziele bei Schwerin. Alle drei haben mir sehr gefallen, daher empfehle ich sie gerne. Ich bin aber überzeugt, dass es in der Gegend noch viel mehr Interessantes zu entdecken gibt. Lest auch den Beitrag über eine Radtour um den Schweriner See oder oder dem Weg „Blauer Achat“ bei Schwerin.

Wenn Ihr Tipps habt, schreibt sie bitte in ein Kommentar und teilt sie mit mir und den anderen Lesern.


Der Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Vielen Dank für die schöne Zeit!

Erstellt am Oktober 25, 2019

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Eine Antwort zu “Ausflugszeiele bei Schwerin – das Schweriner Umland mit dem Fahrrad erkunden”

  1. Shadownlight sagt:

    Die Gegend ist auch einfach wunderschön!
    Liebe Wochenendgrüße!

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